Wie politisch sind Mettbrötchen? Mit Friederike Haupt

Shownotes

In dieser Folge von „Geteilt vereint“ spreche ich mit der Journalistin Friederike Haupt. Sie ist politische Korrespondentin bei der F.A.Z. und einigen sicherlich eventuell bekannt durch ihren grandiosen Instagram-Kanal (Ich oute mich hiermit als Fangirl).

Wir sprechen darüber, wie politisch Mettbrötchen sind, warum es sich lohnt, die Berliner Blase regelmäßig zu verlassen, wie wir Entfremdung mit Neugier begegnen können und wie sehr es nervt, dass die Debatte um Ost und West sehr einseitig angestoßen und geführt wird.

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00:00:00: Ich klatsche.

00:00:01: Das ist der Podcast geteilt für ein und ich freue mich sehr, dass ich heute Friederike Hauptzugast

00:00:07: habe.

00:00:08: Sie ist FAZ-Journalistin, stammt aus dem Rheinland, hat einen Minikleinteil ihrer Familie, die aus Thüringen stammelt.

00:00:16: schon das lässt mein Herz natürlich groß werden Und ich bin sehr happy, dass Sie als Journalistin heute bei mir sitzt und bin auch totales Fangirl von Ihrem Instagram-Account.

00:00:29: Weil sie dort über Restaurantbesuche redet ganz anders als jede andere Person redet.

00:00:35: Wir sind per Sie miteinander – vielleicht ist das altmodisch, dass es gut ist wenn Politikerinnen und Journalisten miteinander per Sie sind, weil's gut ist, Seiten, die wir haben in der Gesellschaft auch den nötigen Abstand und die Nötigen hier zueinander haben.

00:00:55: Herzlich Willkommen Friederick Gau.

00:00:57: Vielen Dank für die Einladung.

00:00:58: ich freue mich sehr und ich würde auch gleich ergänzen wollen dass sie ist mir auch sehr sympathisch.

00:01:03: Wir fliegen das übrigens auch in der Redaktion unter Kollegen zum Teil also nicht jetzt mit allen aber es aus meiner Sicht auch eine Form der Höflichkeit des Respekts und in unserem Beruf tatsächlich Ausdruck einer unterschiedlichen Arbeit.

00:01:20: Und ist die FAZ der letzte journalistische Ort an dem gesiezt wird?

00:01:25: Das glaube ich nicht, aber das ist schon altmodisch, aber ich finde es wichtig und schön.

00:01:35: Sie haben in Leipzig studiert Gemeinnistik und alle möglichen Dinge, Philosophie.

00:01:45: Theaterwissenschaften.

00:01:48: Das spricht aber nicht automatisch dafür dann im Journalismus zu landen?

00:01:51: Wie ist das passiert?

00:01:53: War es so ein Wunsch oder hat sich das ergeben?

00:01:57: Es war tatsächlich ein Wunsch und auch einen Wunsch der noch gar nicht so gerichtet war.

00:02:02: also ich wollte schon gerne schreiben.

00:02:04: Ganz am Anfang hatte ich auch mal die Idee, ich könnte Schriftstellerin sein.

00:02:07: Dann hat sich aber doch gezeigt dass mich eigentlich der Journalismus mehr interessiert weil ich gerne in erster Linie Sachen sehe und dann darüber schreibe was ich gesehen und gehört habe und nicht so gerne mir Sachen ausdenke.

00:02:20: Und dann hab' ich Praktika gemacht und auch tatsächlich bei der FHZ schon, die ja auch bisher mein einziger Arbeitgeber ist.

00:02:28: seit siebzehn Jahren arbeite ich da jetzt schon Erlebe den Beruf als den interessantesten, den ich mir eigentlich vorstellen kann.

00:02:37: Deswegen hat sich mir auch nie die Frage gestellt nach diesen ersten Praktika ob ich noch noch was anderes machen sollte.

00:02:42: und wie ist es Leipzig geworden?

00:02:45: Ich hatte oder habe auch Familien Leipzig.

00:02:48: aus diesem Thüringer Zweig stammend ist ein Teil der Familie nach Leipwig gezogen und eine Basel, sage ich also in der Cousine.

00:02:55: Zweiten Grades für mich hat dort gelebt wir haben uns Briefe geschrieben als Schülerinnen schon und dann habe ich sie mal in Leipzig besucht und die Stadt so wahnsinnig schön und interessant und lebendig und auch damals aus meiner Sicht exotisch gefunden dass ich dachte das

00:03:10: ist über welches Jahr?

00:03:14: Das ich dort leben wollte.

00:03:15: und dann kam hinzu auch ein großes Thema sicher politisch dass das Leben dort wahnsinnigt preiswert war ja Glaubt damals hundertfünfzig Euro für mein WG-Zimmer, Altbau in der Südvorstadt gezahlt.

00:03:27: Und das ist ja der beste Ort in Leipzig?

00:03:29: Das kann man schon so

00:03:30: sagen.

00:03:30: Eigentlich hat Prezlau Berg, könnte man sagen von Leipzig und habe dann als ich nebenbei schon gearbeitet hab für die FHZ mit einem Artikel den ich dann für die HFZ geschrieben haben, das dreifache meiner Monatsmiete oder so reingewollte.

00:03:42: Das war, habe ich schon gesehen, die Unterschiede zwischen Ost und West auch im Lohn... Aber es war tatsächlich auch vor allem eine wunderschöne Stadt mit großer Lockerheit und Lässigkeit.

00:03:54: Ich habe da auch studiert, allerdings in den Achtzigern also in DDR-Zeiten noch.

00:03:59: Hab da Theologie studiert und die ersten paar Wochen hab ich im Wohnheim gewohnt.

00:04:05: Das war nicht der Ort an dem ich sein konnte aber...

00:04:08: Den löst nicht?

00:04:08: Im Wohnheim?

00:04:09: Ja.

00:04:09: Da hab' ich nämlich

00:04:10: auch zuerst gewohnd.

00:04:12: Johannes Erbecher

00:04:14: Straße!

00:04:15: Ich hab wirklich die Straße auch verdrängt, aber kann gut sein.

00:04:19: Und mit uns zusammen haben die Journalistik-Studierenden gewohnt.

00:04:23: Die hatten sie mit den Theologen zusammen weil die Journalisten waren halt die politisch am zuverlässigsten Waren für den Sozialismus und wir haben das immer das rote Kloster genut, genau die Fakultä.

00:04:38: Und ich habe aber bis heute Leute, mit denen ich damals auf dem Flur gewohnt habe.

00:04:43: Mit denen ich noch Kontakt habe die auch Journalistinnen geblieben sind und sie sich natürlich als DDR-Gewächse und total staatskonform ganz schön verändern mussten dann.

00:04:53: Sind die denn heute noch Journalisten?

00:04:55: Ja!

00:04:56: Und ist auch spannend, also weil für die war natürlich die friedliche Revolution und das alles was danach kam nochmal viel krasser als für mich.

00:05:04: Ich kam halt aus der DDR-Opposition und ich wollte das alles und die wollten das eigentlich nicht und haben dann manchmal wirklich noch... Also es gab Opportunisten klar aber manche haben auch von vorne angefangen nachzudenken Was bedeutet Journalismus eigentlich?

00:05:19: Waren Sie denn damals mit denen befreundet obwohl sie politisch soweit auseinander standen?

00:05:24: Nee gar nicht.

00:05:25: Es war irgendwie innerlich klar, da ist die Stasi quasi mit in der Küche und im Bad und das war auch einer der Gründe warum ich dann relativ schnell weg bin und eine Wohnung besetzt habe.

00:05:35: Das gab es in Leipzig natürlich auch.

00:05:37: Die Wohnungen gab's theoretisch nicht weil es da reingeregelt hat in ein Zimmer und die anderen Zimmer waren aber gut bewohnbar und es gab einen Ofen und so.

00:05:46: also von daher waren wir nicht befreundet aber es hat sich irgendwie bis heute Ja, fester Kontakt auch zu den Behalten.

00:05:55: Auch mit dem ... Wir haben viel diskutiert natürlich dann darüber wie ging der Übergang und kannst du noch Journalistin sein?

00:06:02: Und was hast du mitgeschleppt?

00:06:04: Die waren aber natürlich alle jung die waren Anfang zwanzig.

00:06:08: Da

00:06:08: kommt man vielleicht noch

00:06:09: neu anfangen.

00:06:10: Genau denn das ist ja heute ein großes Thema.

00:06:12: so wie geht man mit Leuten um, mit denen man eben umgehen muss.

00:06:16: Die politisch ganz anders stehen als man selbst.

00:06:19: und ich denke es ist ziemlich schwer hier, also vor allem umso schwerer je älter man ist dann zu reflektieren vielleicht wo hat der andere Recht?

00:06:26: Und wo habe ich vielleicht Unrecht oder wo könnte man sich annähern?

00:06:30: und dass sie heute noch in Kontakt sind ist interessant würde mich auch interessieren wie die quasi auf die Zeit damals zurückschauen.

00:06:37: Also sehen die sich als Mitläufer im System das ihr halt damals nicht durchschauen konnten.

00:06:44: Ich glaube, die sehen sich so als wir damals davon überzeugt.

00:06:47: Dass das mit dem Sozialismus eigentlich eine gute Sache ist und wir wollten den von innen verändern.

00:06:50: Also das war, glaub ich, ein Gedanke, den sie hatten.

00:06:53: Sie sind ja auch für Brandenburg zuständig darüber müssen jetzt nicht viel reden aber sie sind auch für brandenburg zuständig.

00:06:59: wie kam es denn dazu?

00:07:02: Ich bin übrigens auch noch für die AfD zuständig.

00:07:04: Das ist mein drittes Feld.

00:07:06: Und Brandenburger gibt zwei Gründe.

00:07:09: Eine ist Slag im Prinzip brach, nachdem der Korrespondent den ich in Berlin beerbt habe.

00:07:15: Nach London gegangen ist und ich durfte seine Stelle einnehmen.

00:07:19: Und dann war die Frage wer macht Brandenburg?

00:07:21: Dann hab' ich gesagt Ich würde gerne weil mir wichtig ist als Parlaments-Korrespondentin Die wie sie auch also größter ihrer Zeit in berlin Mitte verbringt Und da eben mit Politikern und Lobbyisten und so weiter spricht Ein Teil meiner Arbeit auch damit zu führen tatsächlich mit Menschen Bürgern die nicht beruflich mit Politik zu tun haben, zu verbringen.

00:07:44: Und im Prinzip aus diesem Echo-Raum-Bubble weiß ich nicht, aber aus diesem Berlin-Mitterraum wo alle sich irgendwie kennen oder kennen lernen rauszukommen und zu hören was wir redet denn jemand in Cottbus?

00:07:57: Wir redeten jemand in Ebersweide?

00:08:00: Wir reden auch AfD-Wähler wenn sie nicht AfD Politiker gleichzeitig sind und wir reden aber auch Grüne in der Provinz.

00:08:07: da gibt es ja auch in Brandenburg welche die eben gegen große Widerstände ihre Kreuzchen machen oder ihr Leben leben und das interessiert mich sehr.

00:08:17: Und gab es so ein Erlebnis, wo Sie sagen da habe ich verstanden was dieses ostdeutsche Brandenburg ist?

00:08:25: oder ist es mehr so ein Puzzle?

00:08:28: Ja,

00:08:29: ich erzähl mal einen Fall.

00:08:31: Der ist ein bisschen klischeehaft weil's natürlich schon wieder mit einem Reichsbürger zu tun hat.

00:08:35: aber ich war gar nicht in Erste Linie wegen des Reichs Bürgers dort sondern ich war mit einem Landtagsabgeordneten der CDU im Süden von Brandenburg in der Lausitz verabredet und wir wollten über das Kneipensterben sprechen.

00:08:48: Kneippen sind ja gerade auf dem Land wahnsinnig wichtig für Austausch, Begegnung und Zusammenhalt usw.

00:08:56: Und der Abgeordnete ein junger Mann von dreißig, der setzte sich dafür ein, dass Wirtshäuser offengehalten werden.

00:09:02: Und wir saßen da vor so einem einfachen Wirtshaus – das hatte auch zwei oder drei Pensionszimmer oben drin – war Spätsommer unter Tranken Bier und hielten uns Also da war zum Beispiel, führte eine Landstraße entlang die noch gepflastert war.

00:09:18: Und immer wenn ein Auto lang fuhr dann rattete es total laut und man konnte sich kaum mehr verstehen.

00:09:22: und dann dachte ich auch das ist schon wahnsinnig ... also zeitlos fast dieses Setting.

00:09:28: Es ist als wäre die Zeit stehen geblieben.

00:09:29: hier sah man überhaupt nichts von.

00:09:31: weder blühende Landschaften noch wie's oft im Osten ist Wahnsinnig toll.

00:09:35: sanierte Städte wo keiner isst.

00:09:36: Da was war einfach überhaupt nicht saniert und es war trotzdem keiner da.

00:09:40: Zwar ein paar Gäste in einem Wirtshaus aber wenige Und wir sprachen drüber, warum eigentlich obwohl hier ein Wirtshaus ist die Leute aus dem Ort nicht mehr ins Wirtshaushaus gehen und suchten so nach Antworten auf die Frage.

00:09:51: Und dann mischte sich vom Nachbartisch einen Mann ein der saß mit einem Kollegen dort also sahen aus wie Handwerker mit zur Arbeitskleidung und was den man total beeindruckte das fand ich wieder toll war.

00:10:05: es stellte sich später als ein Reichsbürger aus Sachsen raus der da auf Montage war auf einer Baustelle in der Nähe von Cottbus Und dieser Mann war total geflasht davon im guten Sinne, dass er ein Politiker und eine Journalistin in freier Wildbahn sah.

00:10:20: Und die sich normal unterhielten.

00:10:21: Er dachte, Politiker fahren in schwarzen Limousinen durchs Land, steigen überhaupt nirgendwo aus, wo auch normale Leute sind.

00:10:27: Journalisten kriegen von der Regierung hingelegt was sie schreiben sollen, schreiben das auf... ...und er hatte deswegen war auch bisschen Schüchtern.

00:10:33: also er stellte sich natürlich nicht gleich als Reichsbürger vor und schon gar nicht mit seinen Thesen sondern er sagte nur So was wie sagen Sie mal, sind sie wirklich Politiker?

00:10:42: Das klingt jetzt so.

00:10:43: Und dann sagte der CDU-Abgeordnete Ja.

00:10:46: Da sah auch gar nicht so aus.

00:10:47: Der war im T-Shirt keinen Anzug oder so und das fand ich ... Politiker halt

00:10:50: zu aussehen.

00:10:51: Ja!

00:10:52: Das fand ich toll weil ich den Eindruck hatte... Ich bin einmal dabei wie einen Bürger von Brandenburg oder in dem Fall von Sachsen aber der in Brandenburger war.

00:11:04: Im Prinzip mit der Politik in Berührung kommt ohne dass er vorher gewusst hätte und da war er wirklich, da merkte man wie groß eigentlich auch die Entfremdung ist oder wie wenig auch viele Menschen eigentlich noch wissen oder wissen wollen wie Politik ist.

00:11:18: Wie Politik funktioniert?

00:11:20: Und er redete dann auch mit und wollte sich einschalten in die Frage was braucht jetzt Südbrannenburgen?

00:11:27: so?

00:11:28: und wir redeten so und ich fand auch toll das der CDU-Politiker nicht gleich irgendwie... argumentiert hatte Rechtsstadt und so weiter, sondern es war einfach ein Gespräch.

00:11:38: Da habe ich gedacht wie gut dass ich sowas machen darf und das sich nicht nur im Einsteinsitze oder im Bundestagsbüro und mich erkundige wie's in der Partei läuft, sondern auch mal sowas miterlebe.

00:11:49: Es ist Kaffee unter den Linden, wo die Touristen gesagt kriegen.

00:11:54: Da sitzen

00:11:56: sie alle, da sitzen allerdings auch tatsächlich viele von der FDP.

00:11:59: Das sind

00:12:01: die Leute, die gesehen werden wollen?

00:12:02: Genau!

00:12:02: Und

00:12:03: wenn wir ein Gespräch führen, was man jetzt nicht direkt unmittelbar vermarkten will dann geht man da eher nicht hin.

00:12:08: also es ist jedenfalls meine Haltung.

00:12:10: Absolut.

00:12:10: Waren Sie da überhaupt schon mal?

00:12:11: Ich war das schon Mal und es gab auch Zeiten als ich angefangen habe als Abgeordnete und nach Berlin kamen.

00:12:15: Da war irgendwie so wie müssen uns im Einschein treffen bis dass es gar keine so gute Idee ist.

00:12:21: Aber die haben einen super guten Kaiserschmarrn, das schon!

00:12:25: Die Küche

00:12:25: ist schon gut aber ich glaube es gibt ja auch Gründe als Politiker, dass man gesehen werden will.

00:12:31: also wenn sie

00:12:31: jetzt... Genau, aber ich muss nicht dafür ins Einstein gehen.

00:12:36: Ich finde es so klischemäßig, genau jetzt ist es natürlich direkt nebenan und ganz praktisch, aber das mit Brandenburg, mir geht es ja auch ein bisschen wohl noch auf dem Dorf?

00:12:47: Und für mich ist es quasi politisch überlebenswichtig, Leute zu treffen die überhaupt nichts mit Politik zu tun haben.

00:12:56: Mein Nachbar hat halt alle Maschinen und er kann alles reparieren was für mich überlebends wichtig ist.

00:13:03: als Mensch so... Und er erzählt auch allen, dass ich nichts reparieren kann und das ist auch ganz schön.

00:13:08: Weil alle wissen, dass sich zu doof bin um Sachen zu reparieren.

00:13:11: Das führt aber zu einer Hilfsbereitschaft von Leuten die politisch wirklich ganz weit weg sind von mir.

00:13:18: Wenn ich ein Handwerker in mein Haus hole oder sogar holen muss – Wasserrohrproch oder so – dann weiß ich ziemlich sicher, dass der womöglich sogar AfD-Mitglied ist.

00:13:28: Hier erzähle oder auf einer Veranstaltung irgendwo in der Großstadt, dass sie, oh Gott, sie lässt einen AfDler in ihr Haus.

00:13:34: Ja aber bevor das Wasser also bevor das Haus absäuft dann hoffe ich sogar, dass er es repariert.

00:13:40: und denn reden wir natürlich auch über Dinge und

00:13:43: über politische Dinge.

00:13:44: oder eher so Kaffee und wie der Garten jetzt aussieht.

00:13:47: Wie der Gartenaussiet ist immer ein wichtiges, also mein Garten sieht natürlich nicht aus wie er aussehen sollte aus deren Sicht weil ich gar nicht genug Zeit dafür habe.

00:13:54: aber wir reden schon auch über Sachen im Dorf als es finde ich so einen gibt.

00:13:58: man kann sich ja so ein bisschen vorarbeiten und dann gehen uns auch dieselben Sachen auf die Nerven warum der Hort irgendwie nicht so ein schönes so ein schönen Ort hat oder sowas warum so viele Leute weggezogen sind.

00:14:13: dieses Vorsichtige miteinander reden führt schon dazu, dass man auch voneinander was hört.

00:14:17: Also am Schluss sagt er dann aber ich habe ja noch nicht mal in diesem Land findet man noch nicht mehr Nachfolger für den Handwerksbetrieb und ich so In meinem Kopf, Hinterkopf, Einwanderungsland.

00:14:32: Dann sag ich, man duzt sich ja auf dem Dorf selbstverständlich.

00:14:38: Du weißt schon auf der anderen Seite im Dorf ... Ich war da neugierig und da sind zwei Syrer, die haben die ganze Bude in Ordnung gebracht.

00:14:44: Die können richtig was handwerklich.

00:14:46: Der hat natürlich nicht gesagt super dann gucke ich mal ob ich da jemanden finde aber er hat es mal gehört.

00:14:50: Und ich bin gespannt wie's ausgeht!

00:14:53: Ich glaube, dass dieses doch miteinander reden.

00:14:57: Also niemals würde ich mit der AfD zusammen Politik machen und ob man das Brandmauer nennt oder wie auch immer ist mir egal.

00:15:04: aber die wollen das System für das ich gekämpft habe für die Freiheit und für die Demokratie, neunundachtzig.

00:15:10: Und auch was riskierter.

00:15:11: aber dafür das wollen sie abschaffen.

00:15:13: deswegen werde ich nicht mit denen zusammenarbeiten.

00:15:14: Aber trotzdem kann ich mir den Leuten auf meinem Dorf ja reden.

00:15:17: Das stimmt also was sich sehr interessant daran finde ist wo dann die Grenze für Sie verläuft.

00:15:22: Also würden Sie zum Beispiel wenn sie einen Garten fest machen und laden Den Pfarrer ein und ihre Nachbarn laden sie dann auch den AfD-Handwerker ein und der sitzt bei ihnen und isst Kuchen und Trinkcafe.

00:15:33: Also wenn ich ein privates Gartenfest mache, nein.

00:15:36: Also weil so nett finde ich den jetzt nicht.

00:15:38: Aber wir haben in unserem Dorf alle zwei Jahre, das ist glaube ich auf eine Höfe nennt sich das und wenn der Garten offen ist und er kommt dann kriegt er auch einen Kaffee und guckt und fragt sich dann ob das hier alles vegetarisch oder vegan sogar ist?

00:15:54: Dann reden wir vielleicht wieder darüber und ich sage so ja Fleisch machen wir nicht aber es kann man ja trotzdem überleben.

00:16:03: Aber ich bin froh, dass sich diese Nachbarn halt habe und diese Begegnung mitkriege.

00:16:08: Manchmal ist es auch ganz interessant woher die Wut kommt oder manchmal ist das nicht Wut sondern es ist einfach Ignoranz oder Verzweiflung oder diesem Reichsbürger, dass er gar nicht mehr aus seiner Blase rauskommt.

00:16:23: Das finde ich schon ganz spannend.

00:16:27: Die agitiere ich jetzt nicht, sondern wir würden das politisch als Nudging nennen.

00:16:33: Also so ein bisschen anstupsen und zu sagen es gibt auch noch eine andere Welt für mich eben auch.

00:16:37: Und haben Sie wenn sie sagen also Sie nehmen auch was mit?

00:16:41: Was nehmen Sie dann von so einem Mann mit außer Frust?

00:16:44: oder vielleicht auch Annahmen die der über Deutschland hat die vielleicht faktisch gar nichts zutreffen?

00:16:52: Na das erste ist ja er hat es wirklich repariert Also er hat schon seinen Job gemacht, obwohl er weiß wer ich bin und man denkt ja die wollen einem auch als Mensch alles nur Schlechtes.

00:17:06: Und das andere ist... Ich finde interessant dass denen viele Sachen umtreiben die mich auch umtreibt.

00:17:13: also warum ist es so dass Leute, die auf dem Land leben so ein bisschen wie Unterbemittel betrachtet werden von vielen Städtern.

00:17:21: Warum reden wir über dieses Abgehängtsein auf eine komische Art?

00:17:25: Wir reden ja nicht darüber, dass es selbstverständlich sein muss das man entladen hat und dass ein Ärztin oder Arzt da ist und hoffentlich auch eine Kneipe da ist, die sie Würzhaus nennt.

00:17:35: Ich frag mich die ganze Zeit ob es in Südbrandenburg wirklich alle Würzhaus sagen.

00:17:39: Aber genau!

00:17:41: Und ob das nicht selbstverständlich dazugehören muss.

00:17:43: und da seins Vorsorge ist dieser Fachbegriff dafür, dass eine gewisse Struktur für alle erreichbar sein muss.

00:17:50: Kultur.

00:17:51: Das machen dann irgendwelche Leute was auf dem Land.

00:17:54: Es ist wahnsinnig schwierig gerade in Ostdeutschland dafür ein bisschen Geld zu finden weil da gibt es auch nicht mehr die kleinen Unternehmen oder eben die Handwerke die noch etwas zuzusetzen haben, die sagen na klar, sponsern wir den Fußballverein oder deine Kulturidee oder was auch immer.

00:18:09: Und diesen Unterschied zwischen Stadt und Land, den sieht er genauso wie ich.

00:18:16: Und zieht da vielleicht ganz andere Schlüsse draus und ist dann frustriert.

00:18:20: Ich würde erst sagen ja was machen wir das denn jetzt?

00:18:22: Kriegen wir nicht eine andere Lösung hin?

00:18:25: Das finde ich schon ein ganz gutes Learning so.

00:18:29: Würden Sie sagen es ist eine Frage die mich auch stark beschäftigt... Das habe ich mal gelesen, ich weiß nicht mehr ob bei Steffen Mau oder einem anderen sehr klugen Soziologen.

00:18:38: Dass die Unterschiede zwischen Stadt und Land eigentlich mindestens genauso groß sind wie zwischen Ost- und West also das zum Beispiel Leipzig und Düsseldorf größere Ähnlichkeiten in der Lebensrealität haben als sagen wir mal Leipzig und Ebersweide.

00:18:56: Ich würde das grundsätzlich sagen, ich glaube Leipzig und Eberswalde ist nicht das richtige Paar.

00:18:59: Aber

00:18:59: Ebersalde hat eine Hochschule und auch noch eine für Landwirtschaft.

00:19:05: Das

00:19:05: stimmt also

00:19:06: eher so.

00:19:07: Aber

00:19:07: man könnte genau Paseweig finden oder irgendwie so.

00:19:10: Orte die... Das stimmt total.

00:19:13: Also städtisches Leben auf dem Land ist grundsätzlich sehr unterschiedlich.

00:19:18: trotzdem gibt es schon auch noch sehr große Unterschiede zwischen Ost- und West.

00:19:24: Also ein Dorf in Südeutschland mit drei Weltmarktführern, der Namen keiner kennt.

00:19:30: Aber wo Leute arbeiten und wie Geld verdienen?

00:19:32: Relativ viel Geld verdient ist was anderes als einen Ort in Thüringen, wo es irgendwie die nächste Ärztin vierzig Kilometer weg ist.

00:19:42: Und man irgendwie so das Gefühl hat wir können uns hier gar nichts leisten weil die einen haben Rente und die jüngeren Rentnerinnen haben auch wenig Rente Und die anderen sind arbeitslos und viele Frauen sind weggegangen.

00:19:56: Also in den Neunzigern, auch Anfang der Zweitausender haben ja viele der selbstbewussten aus deutschen Frauen gesagt wir können es hier noch ein bisschen warten bis eine Arbeit kommt aber wir suchen uns einen.

00:20:05: und da würde ich immer sagen sie haben sehr viel zum Aufbau West beigetragen weil die waren unheimlich motiviert sehr flexibel innovativ und sind in westdeutschen Unternehmen zum Teil auch aufgestiegen haben sehr viel zum Wohlstand beigetragen.

00:20:19: Also insofern, da gibt es schon einen Unterschied.

00:20:22: Ich würde gerne nochmal fragen, ihr Vater ist freiwillig nach Thüringen gezogen?

00:20:26: Nach der friedlichen Revolution und geht's ihm guter so als Vessi im Ostdeutschland auch

00:20:33: in einer

00:20:34: Kleinstadt in einem Dorf?

00:20:35: Im Dorf tatsächlich, also ein Kaff eigentlich mit einem Bus, der irgendwie einmal die Stunde in die Stadt fährt, in der dann der nächste Bahnhof ist.

00:20:46: Ja,

00:20:46: mein Vater ist aber sozusagen altersbedingend kann er auch nicht mehr Auto fahren und seine Augen sind auch zu schlecht um den Busvorplan zu lesen.

00:20:52: Also es ist schon schwierig so weil auch im Ort dann der letzte Bäcker geschlossen hat aus Personalmange.

00:20:59: Es gibt einen riesigen Bedarf eigentlich an Backwarnung was man findet keinen der den Bäcker quasi aufschließen will.

00:21:07: Es geht ihm insofern gut kulturell.

00:21:11: Seine Mutter stammt ja aus dem Ort.

00:21:12: Also er ist im Prinzip bekannt, sein Name ist da seit vielen Generationen im Prinzip bekannt.

00:21:18: also er gilt dann immer als der Sohn von Hildegard Haupt und weiß man und ich gelte als die Enkelin von Hildegart Haupt wenn ich da bin das heißt wenn ich in meinem Berliner Mantel da die Buchstrasse lang laufe Gucken die Leute so hinter den Vorhänge vor und wissen aber auch, das ist die Haupt.

00:21:34: Eine

00:21:34: von denen?

00:21:35: Eine von ihnen ist man nicht in erster Linie jetzt mal natürlich auch der Wessi, aber ich würde sagen mehr der Städte.

00:21:39: Das sieht man einem ja sofort an dass man aus der Stadt kommt.

00:21:44: Also sie zwitschen dann auch nicht die Klamotten?

00:21:46: Nö.

00:21:46: Ich hab allerdings jetzt auch nicht so wahnsinnig fancy Stadtsachen, deswegen ist es einfach ein Trenchcoat oder blauer Wollmantel und die Leute auf dem Dorf dort tragen aber einfach Funktionsjacken.

00:21:56: alle hundert Prozent Funktion-Jackenträger kann ich auch verstehen.

00:22:00: man ist halt im Garten auf dem Feld am Haus irgendwas machen.

00:22:04: daran sieht man eben die lebenswertlichen Unterschiede auf den ersten Blick.

00:22:08: Und was dort sehr gut ist, weil es auch ein Luftkoort ist.

00:22:11: Ist die ärztliche Versorgung.

00:22:12: Pflegedienst gibt sogar eine Luftheilanstalt oder Klinik sagt man heute.

00:22:18: aber Es ist schon.

00:22:19: wenn ich das mit dem westdeutschen Vorort vergleiche indem Ich aufgewachsen bin ist es schon einfach auch Lehrer.

00:22:27: also es gibt leerstehende Häuser.

00:22:29: viele sind wie sie gesagt haben in den Westen.

00:22:31: Die Kinder die jetzt dort aufwachsen ziehen dann auch meistens woanders hin Und ihm geht es aber vergleichsweise gut auch wegen der familiären Infrastruktur.

00:22:40: Wir haben noch andere Verwandtschaft am Ort und das war auch maßgeblich mit für seine Entscheidungen, ja also an manchen Stellen sieht man dann auch gerade von alten Menschen sind die Bedürfnisse dann ähnlich.

00:22:52: Also man möchte gerne abends am Fernseher sitzen und mit einem bekannten Bier trinken im Sommer im Garten und so ganz krass unterschiedlich ist es denn auch nicht.

00:23:01: Spannend!

00:23:03: wegen der Lebenswelt.

00:23:05: Und ich habe ja gesagt, Ich bin Fan Girl von dem Instagram Account von Friederike Haupt weil sie da unter anderem also neben dem journalistischen ganz viel wie sagt man das jetzt?

00:23:19: Gaststätten Content oder Ernährungskontent?

00:23:22: oder Friederick Haupt sagt glaube ich, ich gehe gerne auswärts essen und dann sieht man wie Sie meistens in Berlin und Umgebung Restaurants oder Imbisse oder andere Orte, wo man was zu essen bekommt erkunden.

00:23:41: Ja genau bei mir geht es nicht.

00:23:42: das ist mir total wichtig weil ich überhaupt nicht als Food-Rizinsentin oder Foodbloggerin verstehe.

00:23:47: Mir geht's um die Orte und das Interessante was dort geschieht vor allem in Beobachtung der anderen Gäste.

00:23:54: Also ich versuche so kleine Milieustudien, wer ist eigentlich an Orten?

00:23:58: Warum gehen bestimmte Leute an bestimmte Orte?

00:24:00: Warum sitzen bei dem einen teiländischen Restaurant ganz andere Gäster als beim anderen?

00:24:04: was unterscheidet die in Nuancen?

00:24:06: Aus meiner Sicht sind es im Prinzip kleine Reportagen, die in der Welt der Gastronomie spielen aber eigentlich beschreiben warum kommen dort diese Menschen zusammen?

00:24:16: Was erlebe auch ich dort in den Austausch mit wird oder anderen Gästen, mit meinem Mann wenn wir da sitzen und ein bestimmtes Essen bestellen was wir noch nie hatten.

00:24:27: Aber es geht eigentlich gar nicht um die Qualität des Essens.

00:24:30: Die interessiert mich auch aber eher privat und ich gehe auch wirklich sehr gerne an Orte wo ich schon weiß dass das Essen maximal mittelmäßig ist einfach weil das interessante Orte sind und ich darf auf Leute treffe die ich sonst nicht treffe.

00:24:43: Also die eine Frage ist immer wen treff' ich dann?

00:24:46: Und das ist immer total unterschiedlich und es sind Leute, die sie wirklich da treffen in dem Augenblick wo sie da

00:24:52: sind.

00:24:52: Es sind zum Teil auch Typen, die ich quasi zu erkennen glaube durch Beobachtung.

00:24:57: also ich lerne dann nicht immer all die Leute kennen, die Ich benenne in wen trifft man?

00:25:03: sondern es sind zum teil sind es auch wenn ich schreibe es in leute divitorio oder Emanuel heißen sind das sozusagen Typen von Menschen, die üblicherweise diese Namen haben.

00:25:13: Und dann weiß man schon es ist jetzt kein Burger Grill um die Ecke sondern eher so ein Fancy deiner.

00:25:19: und ja dann gibt's Dinge die nenn ich to do's also Dinge, die man dort üblicherweise tut oder tun sollte wenn man dort ein guter Gast sein will in dem Milieu.

00:25:28: Also es sind nicht Dinge wo ich finde...

00:25:29: Zum Beispiel Sprachnachrichten aufnehmen.

00:25:31: Sprach Nachrichten Aufnehmen oder Selfies mit einer analogen Kamera machen ganz laut ein ganz abseitiges Bier bestellen, damit alle mitkriegen.

00:25:40: Dass man so einen absältigen Bier gerne trinkt.

00:25:43: und dann gibt es Sachen die man nicht tun sollte um sozusagen nicht aufzufallen als jemand der eigentlich in diesem Kosmos nicht dazugehören.

00:25:50: Und wie kriegen Sie das raus?

00:25:51: Also machen sie denn die Sachen, die man mal nicht tun soll oder haben sie die gemacht?

00:25:54: Dann haben mich alle ganz komisch angewuckt

00:25:57: Vorher

00:25:58: schon studieren?

00:25:58: Nein,

00:26:00: ehrlich gesagt bin ich bei vielen dieser Orte auch nur einmal oder zum ersten Mal.

00:26:04: Das ist gar nicht so stark studiert sondern das sind würde ich mir erhoffen Übungen die ich als Journalistin mache also an Orten sein und zu versuchen zu verstehen was hier gerade passiert wenn man es sehr oft macht und ich mach das ja jetzt schon lange beruflich leichter als vielleicht Leute, die nicht so oft genau Settings beobachten.

00:26:29: Ich will jetzt nicht sagen den Raum lesen das klingt so angeberisch aber kann man verstehen wie die Dynamik in einem Raum ist oder wer die Leute im Raum mutmaßlich sind.

00:26:38: also ich versuche auch nicht zu viel rein zu interpretieren.

00:26:41: natürlich kann man zum Beispiel selten sehen ist es ein Ostdeutscher oder ein Westdeutsche Orte in Berlin, an denen die auch im Osten sind wo man reinkommt und sieht es sind einfach Ostdeutsche.

00:26:52: Das sieht man einfach an den Klamotten und an der Art wie jemand seinen Bier trinken und so.

00:26:58: Und

00:26:59: das muss ich gleich nachfragen aber erst zu Ende.

00:27:02: Da also stelle ich auch Hypothesen auf.

00:27:07: dass ist auch was anderes sozusagen als sich in der Zeitung machen würde.

00:27:09: Es ist ein spielerisches Format.

00:27:11: da behaupte ich jetzt nicht wie es in einer Zeitung mein Anspruch ist den Lesern das abzubilden, was ich kenne und weiß.

00:27:18: Sondern es sind auch kleine Thesenreportagen sozusagen.

00:27:22: Und ich nenn's Meme-Reportagen weil es versucht etwas zusammenzufassen, was viel größer ist als dieser Ort und auf diesen Ort runter zu brechen.

00:27:32: Und woran sieht man, dass Ostdeutsche, Ostdeutche an den Klamotten sind?

00:27:36: Wie sie ihr Bier trinken?

00:27:37: Ja

00:27:38: eigentlich besser gesagt welches Bier Sie trinken!

00:27:40: Also es gibt dann zum Beispiel da, wo ich wohne in Pankow in Ostberlin.

00:27:44: Gibt's so eine Gaststätte die heißt Lüntengarten und da gibts verschiedene Arten von Bier und da sieht man schon also die paar zugewanderten Westdeutschen halten sich halt irgendwie im Tanzhäpfle fest.

00:27:57: wenns das dort gibt weiß ich jetzt aber irgendwie so ein typisch jeweils wahrscheinlich irgendein eher so einen Kneipenbier und die Ostdeutsche haben dann weiß ich nicht irgendeinen Christitzer oder Sterni.

00:28:10: Okay, und was haben die an?

00:28:12: Die haben zum Teil... Ich war ja auch schon zu DDR-Zeiten öfter mal in der DDR, nämlich in dem Dorf meiner Großmutter in Thuringen.

00:28:20: Und kennen noch den Style, den man auf der Dorfstraße damals gesportet hat und das sind zum Teil dieselben Sachen also so Bege-Rendneranzüge aber zum Teil mit Fellmützen im Winter und zum Teil sind es auch einfach Fußballtrikots von Union oder so.

00:28:36: Das ist schon lustig!

00:28:38: Darauf bin ich ja nie gekommen dass man wirklich immer noch Menschen aus und west...

00:28:42: Im Urlaub, wenn sie

00:28:43: in Italien sind sehen Sie auch wer aus hier ist.

00:28:46: Ich glaube die Leute, das würde ich jetzt nicht über die Mehrheit der Ostdeutschen und erst recht nicht der Ostberliner sagen, dass man denen das ansieht sondern nur in so bestimmten spezifischen Orten.

00:28:55: Und diese Leute verreisen glaube ich noch gar nicht nach Italien Wenn dann eher vielleicht in die Türkei ein Ressort oder so.

00:29:01: aber auch das glaube ich nicht.

00:29:03: Aber schön, dass wir über Klischees reden.

00:29:05: Sie waren bei einem Fleischer und haben mit Brötchen fotografiert.

00:29:09: Haben Sie die gegessen?

00:29:10: Klar

00:29:11: Krass

00:29:11: Ich esse gerne mit.

00:29:17: Ich kenne das natürlich aus meinem Dorf und auch aus meiner Kindheit, da gehörte das dazu.

00:29:22: Später habe ich gedacht, rohe ist Fleisch?

00:29:24: Wo ich nicht genau weiß, wo es herkommt... Das

00:29:26: ist für mich sowieso Sushi.

00:29:28: Also deutsches Sushi könnte man sagen.

00:29:30: Da hab' ich überhaupt keine Berührungsängste bei rohen Fleischsachen.

00:29:34: Ja.

00:29:35: Ich kenn das auch aus Thüringen, wie gesagt.

00:29:36: Es ist kein Rotenfisch

00:29:37: also von daher.

00:29:38: Sie

00:29:38: sind ja Vegetariering glaube ich.

00:29:40: Aber das ist gar nicht so der Punkt sondern die Vertrauen haben, dass das schon okay sein wird.

00:29:46: Also da habe ich auch Sachen wo es eidrin ist.

00:29:48: Das gibt ja so Desserts und so... Ich esse übrigens auch dienstlich Ermittbrötchen bei der AfD.

00:29:55: Das ist ein Thema was mich total interessiert.

00:29:58: Das bearbeite ich in einer Zeitung in einer Kolumne auch die heißt so ist Politik.

00:30:02: und dann geht's um Anlässe im politischen Raum Also in Parteizentralen, im Bundestag auf Sommerfesten.

00:30:11: Kann ich sehr empfehlen die Kulimune?

00:30:12: Ja!

00:30:13: Danke schön kurz.

00:30:15: Also Politik meistens ins Politiker untereinander oder Politiker und ihre Mitarbeiter manchmal auch Politiker- und Journalisten zusammen essen und was da eigentlich passiert.

00:30:22: also auch wieder nicht kulinarischen Erste Linie sondern sozial im Austausch.

00:30:27: und die AfD hat bei ihrem Fraktions-, bei ihrer Pressekonferenz der Fraktion jetzt immer Dienstags zwischen neun und zehn ist.

00:30:36: Wie die meisten Fraktionen bieten sie so Kleinigkeiten zu Essen an.

00:30:40: Und im Fall der AfD sind es halt belegte Brötchen und Filtercafé, ein Teil dieser Brötchens ist jedes Mal mit Met.

00:30:47: Das finde ich total auffällig erleben, sonst nie außer vielleicht beim Sommerfest der Landesvertretung Thüringen das es irgendwo in politischen Raum-Met gibt.

00:30:54: Es ist total Provinzkoded.

00:30:58: Also Handwerkerwelt sozusagen oder ... Einfache Leute beim Metzger-Welt, und ich finde es total interessant.

00:31:03: Ich habe auch versucht mit der AfD drüber zu sprechen ob die das bewusst bestellen oder ob das irgendwie in so einem Set drin ist wo er immer mit dabei ist.

00:31:11: Da wollten sie sich nicht festlegen aber meine These ist schon dass Sie's bewusst machen, dass da einfach das Mettbrötchen als Symbol sozusagen des Volkes mit auf den Teller ist.

00:31:20: Ich weiß gar nicht ob das Provinz ist, aber ich weiß das ich in Pankow beim Bäcker anstand.

00:31:25: am Sonntagmorgen Vor mir waren zwei Leute, die haben einen Notfallwagen gefahren und haben sich die ganze Zeit darüber unterhalten dass das gerade echt das Geld knapp ist.

00:31:38: Und dass die Inflation für sie was bedeutet und so.

00:31:42: Dann dachte ich Mensch, die machen wirklich den Dienst!

00:31:44: Und dann habe ich es so gesagt kann ich euch jetzt zu dem Kaffee einladen und zu dem Brötchen?

00:31:49: Und dann haben Sie mich angucken und gesagt du wirst uns ja das echt zum Mettbrötchen einladern.

00:31:54: Ja klar, wenn ihr Mettbrötchen essen wollt.

00:31:56: Da dachte ich mich gerne zu Mett Brötchen ein und dann sind sie ihm rausgehend und gesagt das glaube ich nicht.

00:32:01: die Grüne hat uns zum Mett brötchen eingeladen.

00:32:04: Worum es ja gar nicht ging sondern ich wollte einfach sagen am Sonntagmorgen danke dass ihr diesen Job macht und danke dass Ihr sehr früh aufgestanden seid dafür dass Leute in Berlin mit Sicherheit den Notdienst bekommen, wenn ihnen was passiert und so.

00:32:18: Und es war ein bisschen lustig... Also ich bin mit Matt Eagle aufgewachsen.

00:32:23: Das fand ich schon als Kind.

00:32:25: Es ist jetzt gar nicht Provinz oder nicht.

00:32:27: Ich fand das schon als kind total unangenehm.

00:32:29: Echt?

00:32:29: Aber man kann es vegan machen.

00:32:31: Das habe ich jetzt probiert und ist auch ganz gut angekommen.

00:32:35: Wir müssen gar nicht so lange über Matt reden sondern über die Frage der Zugänge über diese S- und Restaurantgewohnheiten.

00:32:44: Das ist ja auch total interessant!

00:32:46: Im Prinzip die Spaltung der Gesellschaft oder die Verhärtung der Lager in dieser Szene, die Sie jetzt beim Bäcker beschrieben haben so stark zum Ausdruck kommt.

00:32:53: Dass man da Grünen vielleicht schon gar nicht mehr zutraut dass die jemand anderem ein Stück Fleisch oder einen Bratwurst oder ein Mettbrötchen spendiert und also bin ich total dafür das man diese auch als Politiker wenn zusammenführen, der Gesellschaft mitwirkt.

00:33:12: Dass man also übrigens in allen Lagern – es gibt ja auch von der Gegenseite solche Klischees -, dass man daran arbeitet, dass sowas solche Klischees eben gebrochen werden und wenn sie eine Grüne sind die das total akzeptabel findet des Leute Mettbrötchen essen, dass man dann so eins spendiert oder dass man, wenn man AfDler ist, der dafür ist, dass Leute auch mal ein Tablet hinstellen wo nur Käse drauf ist, das macht

00:33:35: Ja, also voll.

00:33:36: Ich bin bei der Frage von Tierhaltung und sowas bin ich total empfindlich weil ich finde es machen wir echt nicht gut in Deutschland und was das bedeutet für die Welt dass wir so viel Fleisch essen usw.

00:33:48: Das ist aber meine politische Überzeugmeine persönlich auch.

00:33:51: ich mag's einfach nicht Aber trotzdem kann ich nicht dem einzelnen Handwerker oder wem auch immer die Verantwortung dafür überlassen oder übergeben, dass man das nicht macht.

00:34:02: Das ist eine politische Entscheidung und wir sollen uns darum auch kümmern und sollen es machen.

00:34:06: aber individuell kann er und soll er machen was er will und wenn das dazugehört oder die Thüringer Bratwurst dazu gehört oder wie auch immer das finde ich total selbstverständlich diesen Unterschied gesellschaftlich auch sehr klar zu machen und auch zu sagen Ich kümmere mich darum, dass das mit der Tierhaltung in Ordnung ist und wie wir damit umgehen.

00:34:27: Und du kümmerst dich da drum, dass der Notarztwagen fährt?

00:34:31: Das sind unsere Jobs!

00:34:33: Du machst deinen Bitte gut und ich versuche meinen Gut zu machen und Leute davon zu überzeugen, wie das besser wäre.

00:34:39: Dieses Blasenüberwindend Feld aber finde ich vielen die in Berlin Mitte vor nämlich unterwegs sind sehr schwer.

00:34:45: Ich glaube sie sind eine der wenigen Journalistinnen dafür interessiert, was in der Provinz passiert wenn mal wieder zu viele Blau gewählt haben.

00:34:54: Das ist ja so ein bisschen.

00:34:55: betrifft ja Ostdeutschland.

00:34:56: oft das gesagt wird ah das sind ja die wo so viele AfD wählen dann sage ich immer naja die Mehrheit übrigens nicht.

00:35:01: vielleicht könntet ihr das betrachten

00:35:03: und

00:35:04: wenn sie sich um irgendein Projekt kümmern in ihrem Ort ist es etwas anderes als am Brandenburger Tor bei einer Demo dabei zu sein und lauter Leute zutreffen die sich sowieso einig sind dass die Demokratie und die Freiheit zu beschützen seien.

00:35:16: und so finde ich sehr erstaunlich und wäre eine Frage.

00:35:23: Woran liegt es eigentlich, dass man sich so oft so selbst genug ist?

00:35:27: Und das was in der Provinz passiert bei den, ich sag jetzt mal ganz anderen, so betrachtet als ob's auch in Sibirien sein könnte oder ganz weit weg oder einen völlig andere Kulturkreis obwohl die Hälfte der Menschen in Deutschland im Kleinstädten nur da auf Dörfern leben.

00:35:43: Ist es Überheblichkeit oder ist es Desinteresse sich da hinein zu begeben?

00:35:50: Ja, ich denke es.

00:35:51: Also wenn man's ganz runterbricht würde ich sagen Es ist tatsächlich Desinteresse oder einen Mangel an Neugier was ein Riesendefizit ist.

00:35:58: also Ich versuche mich eigentlich auch nur mit neugierigen Menschen zum Geben privat weil ich finde Neugiers eine der wichtigsten Eigenschaften Anmenschen die ich schätze.

00:36:07: also das muss gar nicht Die Neugiere auf dieselben Dinge sein die mich interessieren.

00:36:10: aber dass man grundsätzlich Interessiert ist an etwas Dass man noch nicht kennt und Lust darauf hat vielleicht etwas davon zu verstehen, was man jetzt noch nicht versteht.

00:36:20: Das mag ich auch in meinem Beruf, dass er im Prinzip davon lebt und ihr Beruf ja auf gewisse Weise auch.

00:36:27: Und dann ist es eben auch ein bisschen Empathie glaube ich, dass man sich nicht nur für die Dinge interessiert, die einem selbst nützlich sind oder wie man tausend legale Steuertricks oder sowas sondern das man sich auch für Dinge interessieren, die auf den ersten Blick... keine Nutzen für einen haben, wenn man sie besser versteht.

00:36:44: Aber einfach Freude an der Erkenntnis und das glaube ich gibt es.

00:36:49: oder das erfordert natürlich Kraft und manche Leute haben mehr Kraft und andere weniger.

00:36:53: also mehr Resilienz anderer weniger Resilience.

00:36:56: wer nicht resilient ist und nicht mit Energie ausgestattet Der hat natürlich weniger kraft diese Neugier zu mobilisieren.

00:37:04: Das ist Teil glaube ich des Problems im Osten dass einfach viele erschöpft sind von Anstrengungen der letzten Jahre und Jahrzehnte.

00:37:12: Und dadurch auch viele Dinge nicht mehr hinterfragen, die jemand wie ich vielleicht zu hinterfragend die Kraft hat gibt es im Westen auch aus anderen Gründen.

00:37:22: Das ist das was mich auch nach Brandenburg immer wieder führt.

00:37:25: also ich finde es wahnsinnig... Es ist erstens ein wunderschönes Land, also landschaftlich architektonisch an vielen Orten und es passieren dort echt viele Dinge, die mir fremd sind.

00:37:36: Also zum Beispiel habe eine große Reportage gemacht, weil ich auch immer versuche jenseits des Pflichtprogramms zur AfD und zu anderen Parteien zu verstehen was passiert hier.

00:37:47: Und dann war ich auf dem Polenmarkt in Hohen Wutzen.

00:37:50: Was mir bis dahin nicht bekannt war dass es das gibt.

00:37:54: Schattelbusse von Berlin nach an die Grenze auf die polnische Seite wo dann halt Aus den Neunzigern, glaube ich, kommt das noch.

00:38:01: Die Leute billig einkaufen.

00:38:03: und da ist ein total interessantes Phänomen um die Silvesterzeit herum machen total viele Deutsche übrigens auch Westdeutsche und Holländer sich die Kofferräume voll mit illegalem Feuerwerk.

00:38:12: Wahnsinn!

00:38:13: Und das ist für mich auf verschiedenen Ebenen

00:38:15: Polenböller dazu.

00:38:16: Genau zum Teil Polen Böller sind es eben auch Leuchtraketen, die eigentlich für Großfeuerwerk gedacht sind fachmännisch abgeschossenes Feuerwerk, die dort einfach frei verkäuflich sind.

00:38:28: Weil es nach polnischem Recht möglich ist.

00:38:30: Zum Teil sind's auch Sachen, die auch in Polen illegal sind.

00:38:33: und die Stimmung da so am achtenszwanzigsten Dezember.

00:38:37: also Leute aus allen Teilen Deutschlands kommen dahin natürlich viele aus Berlin aber ich hatte auch mit Leuten besprochen aus Bayern junge Männer, die dann halt einfach einen Riesen festmachen wollen und mit Feuerwerk ihre Kumpels beeindrucken Und sowas finde ich genauso interessant.

00:38:54: Das hat total mir Freude gemacht, zu verstehen was.

00:38:57: Polenmarkt ist auch noch aus anderen Hinsichten interessant aber es ist ein großes Problem in unserer Gesellschaft würde ich sagen dass viele einfach es nicht so stark schaffen sich zu interessieren für andere oder für Bedingungen unter denen andere handeln.

00:39:12: und ja da hoffe ich natürlich das Politik auch Vorbild ist in der Hinsicht.

00:39:21: Also da wäre ich jetzt bei dem Feuerwerksthema, da bin ich echt empfindlich wegen der...

00:39:26: Ich meine nicht dass sie das voll wegfackeln.

00:39:28: Nein, aber wegen der Gefahren die da dran hängen?

00:39:30: Ja

00:39:30: klar!

00:39:30: Ich finde es ja auch nicht gut, sondern ich find's einfach interessant.

00:39:34: Also

00:39:34: ich versuche auch in meinen Berichten, möglichst wenig moralisch zu sein.

00:39:38: Das ist aber natürlich ein wichtiges Feld, aber dann eher vielleicht in einem Kommentar oder in einem Essay.

00:39:44: Aber ich versuch den Lesern eigentlich erstmal zu erzählen was passiert da?

00:39:47: Was

00:39:47: passiert da eigentlich genau und was es später passiert als die Dinge abgeschossen worden sind und so.

00:39:54: Ja

00:39:54: klar diese also da kamen natürlich der Zäufer und die Polizei, wie die das sehen und wie viele Leute sich da immer die Hände absprengen und besoffen irgendwie auf ihre Freunde schießen.

00:40:02: Es ist natürlich irre Aber erst mal ist es auch interessant.

00:40:05: Es ist

00:40:05: auch interessant, genau!

00:40:06: Also diese Polenmärkte... Ich habe irgendwann jemanden gefragt aus Polen, warum macht ihr das eigentlich?

00:40:13: Warum habt ihr die gesehen haben?

00:40:14: Die gesagt, das machen wir nur für euch also bei uns wird

00:40:17: so nicht eingebracht.

00:40:18: Bei uns lebt man auch so nicht und alle die da arbeiten können auch Deutsch und das ist völlig selbstverständlich.

00:40:24: viele fahren dann tanken dahin weil das irgendwie günstiger ist und man kauft alles mögliche dar.

00:40:30: Und das Lustigste fand ich, dass jemand gesagt hat, es ist übrigens alles original gefälscht.

00:40:35: Also die Klamotten, die es da auch gibt und wo dann irgendein so ein Label drauf ist... Ja also aus Interesse fahre ich da ab und an mal hin weil ich irgendwie immer denke entwickelt sich das, verändert sich aber faktisch nicht.

00:40:51: Das sieht genauso aus wie in den Neunzigern.

00:40:53: Es wird ein bisschen teurer, aber es sieht eigentlich alles genau so aus als in den neunzigeren.

00:40:56: Es sind manchmal nicht mehr ganz so viele Leute da, aber an sich ist es immer noch ganz ähnlich.

00:41:04: Wenn jetzt Deutschland so ein Ort wäre für den Instagram-Food-Account ... Was würden Sie sagen?

00:41:15: Wen treffen sie da?

00:41:18: Was sind die To dos und was sind die Not to dos?

00:41:20: Kann man das sagen?

00:41:21: Geht es oder ist es zu übertrieben der Gedanke?

00:41:26: Ja, da müsste man im Prinzip ja mit dem Blick des Ausländers auf Deutschland schauen.

00:41:30: Also was ist sozusagen typisch Deutsch?

00:41:32: Dann wäre es vielleicht eine Autobahnraststätte.

00:41:35: Wahrscheinlich im Westen von Deutschland gelegen irgendwie einer A-Fünf wo man so rausfährt und dann ein schlechtes Schnitzel ist und auf Vorbeifahrende Autos guckt und alle möglichen... Das finde ich.

00:41:48: Autobahn ist auch einer der interessantesten Orte in Deutschland, wo man die unterschiedlichsten Menschen trifft also jeder im Prinzip ob Arm oder Reich, oder links oder rechts fährt.

00:41:59: Autor.

00:42:00: Also nicht jeder einzelne aber aus jedem Milieu fahren Leute Autos und man trifft sie in der Autobahn.

00:42:05: also ich habe auch schon eine tolle Reportage mal gemacht nur über Menschen die man auf der Autobahnen trifft an Raststätten auf Parkplätzen Und die Gastronomie ist natürlich wahnsinnig schlecht.

00:42:15: Aber also egal.

00:42:17: also man trifgt dort Deutschland.

00:42:19: Ja Was darf man da nicht machen?

00:42:24: Wahrscheinlich Obwohl Hafermilch in den Café ist, inzwischen auch üblich.

00:42:29: Auch an so Normcore-Mainstreamorten.

00:42:34: Also wahrscheinlich sollte man nicht zu viel Alkohol trinken, dann kann man nicht mehr

00:42:36: Auto fahren.

00:42:38: Man sollte wahrscheinlich ...

00:42:44: Man sollte auf jeden Fall sein Tablett wegbringen.

00:42:46: am Schluss?

00:42:46: Man sollte sein Tablet wegbringen und die Sunnyfair Bonds einsetzen wie man es meistens macht, in die Tasche stecken und die wieder benutzen.

00:42:56: Und man sollte glaube ich auch nicht zu stark mit anderen Leuten ins Gespräch kommen wollen.

00:43:00: Also es ist nicht üblich in der Autobahn, dass man sich kennenlernt und mit dem Sitznachband irgendwie ins Gesprich vertieft ist.

00:43:07: plötzlich also wie was ich eigentlich das Tolle finde an Orten wo man Leute trifft, dass wir eben auch Leute kennenlernen.

00:43:13: Das ist an der Autobahnen selten

00:43:15: glaub ich.

00:43:16: Ich bin inzwischen ein bisschen oftmals etwas länger an diesen Raststätten Weil wir ein E-Auto haben und das dauert halt einen Moment, bis es geladen ist.

00:43:24: Und deswegen ist das nicht nur irgendwie reingehen schnell den Kaffee holen und eigentlich wieder rausgehen weil's auch nicht so'n angenehmer Ort ist sondern da sitzen wir dann manchmal ein bisschen...

00:43:32: Das ist ja eine Chance für unsere Demokratie dass die ganzen E-Autofahrer da jetzt quasi in Zwangspausen machen.

00:43:37: Genau manche bleiben im Auto sitzen und haben da irgendwie auch ihren weiß ich nicht machen ganz laut Musik an oder hören Podcast oder was auch immer aber Ich finde im Autositzende sowieso nicht so angenehm.

00:43:47: ich bin eigentlich eher so ne Zugfahrerin.

00:43:49: Dann will ich jetzt aber auch wissen, was für Leute kommen.

00:43:54: Ich setze mich da total gerne hin und gucke die Leute an und sehe wie sie mit den Kindern umgehen... in Klammern oft nicht so gut, wer gestresst ist und welche Ehepaare sich gerade gestritten haben.

00:44:05: Und worum?

00:44:06: Das ist eine super Studie!

00:44:09: Ich habe immer einen Basecamp auf damit man nicht erkennt.

00:44:14: Weil ich auch dann nicht angesprochen werden möchte mit den anderen Leuten.

00:44:17: Ja das verstehe ich auch mit so einer Sonnenbrille wahrscheinlich und so einer großen Zeitung... So

00:44:20: mit einer FHZ genau.

00:44:21: Ja richtig sehr gut.

00:44:22: Dahinter

00:44:22: ist es immer ein kluger Kopf.

00:44:23: Richtig, kommt auf der Raststelle total gut an ja.

00:44:26: Wenn wir sehen, dass die FHz stecken, denken wenige Leute, dass sie's sind würde man ja denken, sie lesen vielleicht die Süddeutsche oder die Tatz.

00:44:33: Also

00:44:35: perfekte Taunung.

00:44:35: Ja ich bin, lese glaube ich die FZ von Anfang an seit ich sie lesend darf.

00:44:40: Ich habe eine letzte Frage dann hab' ich noch ein paar Fragen im Glas.

00:44:45: aber die letzte Frage ist was wenn Sie so Deutsche Einheit denken?

00:44:47: Was macht Ihnen Hoffnung?

00:44:53: Also erst mal macht mir Hoffnung dass wir Westdeutschen die Möglichkeit haben Und nach wie vor die Möglichkeit haben, in den Osten zu fahren und uns dort umzutun.

00:45:06: Das ist ja gerade heutzutage, wo man sieht, wie viele Länder sich auf eine krasse Weise zum negativen entwickeln finde ich ein Geschenk das man weiterhin dieses offene Land hat.

00:45:20: Und mir macht Hoffnung dass ich in Leipzig wenn nicht dort bei meinen Erdenfreunden zu Besuch bin oder auch im Brandenburg sehr viele Menschen, auch jüngere Menschen sind.

00:45:30: Die einfach das Land, also Deutschland aber auch den Osten oder ihren Ort wo sie leben mögen und lieben und gar nicht auf eine nationalistische Weise sondern einfach aus einer Freude an der Heimat und dass sozusagen auch ein Ort ist, an dem die diese Freude finden Und Sie gleichzeitig mir davon erzählen.

00:45:50: Also sich nicht verbarrikadieren und sagen jetzt was willst du schon von unserem Ort wissen?

00:45:55: Sondern dass man ins Gespräch kommt.

00:45:58: Ich auch feststelle, das ist natürlich auf einem niedrigen Niveau.

00:46:01: Aber immer mehr Westdeutsche versuchen dieses Gespräch zu finden zwar oft irgendwie ungeübt und auch boniert zum Teil.

00:46:11: Dieses übliche Mein Pferd nach Dresden guckt sich die Frauenkirche an, je angeblich von unserem Solidar oder unseren Steuern aufgebaut worden ist und keiner weiß wie es im Magdeburg aussieht.

00:46:20: Das ändert sich erst langsam aber es passiert schon...

00:46:24: Ich habe hier so ein Glas, es sind zehn Fragen drin.

00:46:27: Das sind immer die selben Fragen und sie ziehen zwei und lesen die kurz vor und beantworten.

00:46:33: Gleichzeitig zwei raus?

00:46:34: Ja gerne.

00:46:35: Dann kann ich ja vor.

00:46:36: Die sind zu klein gespielt, dass man die gar nicht lesen kann.

00:46:41: Hier haben wir eine lange Frage auf einer Skala von eins bis zehn wie vereint ist Deutschland für dich

00:46:51: Also für Sie, ne?

00:46:52: Das sieht man da das Podcast.

00:46:53: Ja,

00:46:54: das stimmt.

00:46:54: Die fühlte mich trotzdem sofort angesprochen von diesem Anonymen-Zettel.

00:47:00: Wie vereint ist Deutschland für mich... Habe ich natürlich gleich die Frage, ob ich das als Westdeutscher behaupten ja also unboniert beantworten kann.

00:47:17: Wahrscheinlich liegt mein Wert über dem durchschnittlichen Wert der Ostdeutschen, die diese Frage beantwortet Aber ich sage jetzt einfach mal, sieben.

00:47:29: Also es ist... Es ist noch Luft nach oben?

00:47:31: Absolut!

00:47:32: Ist schon auch ganz schön viel geschafft.

00:47:33: Ja so ungefähr.

00:47:36: und das

00:47:37: zweite was nervt dich in der Debatte um Ost- und West am meisten?

00:47:47: ehrlich gesagt nervt mich an der Debatte an Ost-und-West am meisten dass sich noch viel zu wenige Westdeutsche daran beteiligen.

00:47:53: man hat das Gefühl der Osten hat ein riesen Bedürfnis diese Debatte zu führen und macht immer wieder Angebote und aus dem Westen steigen einfach total wenig Leute darauf ein.

00:48:05: Und wenn dann mit so Floskeln die das Thema möglichst schnell wieder abräumen, aber ich erlebe es selten also dass westdeutsche sich wirklich intensiv mit diesen Fragen beschäftigen.

00:48:16: Also es gibt sie natürlich und Sie schreiben Bücher und sind in den Medien präsent Aber ist eben eine kleine präsente Gruppe, aber die große Menge der Westdeutschen, die ich kenne in Amniederrhein oder Süddeutschland.

00:48:30: Die reden zu Hause fast gar nicht über Ost und West und so.

00:48:33: Und das ist glaube ich ein Ausdruck sozusagen dieses Ungleichgewichts dieser drei von zehn, die eben noch nicht erfüllt sind zur deutschen Einheit, dass immer noch der Westen sich für den Maßstab hält und der Osten drum kämpft, dass man auf Augenhöhe miteinander spricht.

00:48:49: Vielen Dank!

00:48:50: sehr spannend Friederike Hauptzugast im Podcast geteilt vereint und ich freue mich sehr.

00:48:56: herzlichen Dank dafür.

00:48:57: Ich

00:48:57: danke auch!

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