Macht Gleichberechtigung müde? Mit Ricarda Lang
Shownotes
In dieser Folge von „Geteilt vereint“ spreche ich mit Ricarda Lang über einen Widerspruch, den viele erleben: Wir leben in einer Gesellschaft mit mehr Möglichkeiten und Freiheit als je zuvor. Und gleichzeitig fühlen sich viele erschöpft, überfordert und unter permanentem Optimierungsdruck.
Karriere machen, Kinder gut begleiten, gesund leben, politisch bewusst handeln und gleichzeitig eine gute Partnerin sein: Führt unsere progressive Idee eines selbstbestimmten und gleichberechtigten Lebens aktuell viel mehr zu Erwartungen, die kaum noch zu erfüllen sind als zu mehr Freiheit und Entlastung? Und warum betrachten wir als feministische Partei dieses Thema nicht viel kritischer?
Es geht um Entfremdung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Frage, ob Politik vielleicht ein neues Bild von Gesellschaft braucht - eines, das annimmt, dass Menschen füreinander Verantwortung übernehmen und wollen, dass es dem anderen gut geht.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Das ist der Podcast geteilt vereint und ich freue mich wahnsinnig, dass ich heute Riccadalang zu Gast habe.
00:00:08: Natürlich sind wir per Du miteinander weil wir uns schon ganz schön lange kennen also länger als man so denkt wenn man sieht wie alt du bist.
00:00:15: und wir reden über Ost- und West aber wir reden auch über alle anderen Fragen die in diesem Land möglicherweise unterschiedlich sind und ich habe darüber nachgedacht, wie war das eigentlich als wir uns noch nicht kannten aber voneinander gehört haben.
00:00:32: Und deswegen hab' ich gedacht was habe ich eigentlich als erstes von-und über Riccadalang gehört?
00:00:37: Was war das, was ich als Erstes gedacht habe als ich sie zum ersten Mal getroffen habe?
00:00:40: Das sage ich gleich nachdem du diese Frage über mich beantwortet hast!
00:00:44: Bei mir war es natürlich so dass ich dich aus der Zeitung kannte weil ich habe angefangen mich bei den Grünen zu engagieren.
00:00:50: Also ich bin Mitglied geworden im Jahr zwölf, aber tatsächlich dann aktiv geworden in den Jahr zwei Tausend Dreizehn.
00:00:55: Und das war ja die Phase als du Spitzenkandidatin warst.
00:00:57: Das heißt... Ich kannte schon ganz viele Fotos von dir und natürlich eine imposante Rolle in den Talkshows.
00:01:04: Und für mich war es am Anfang, als ich dann eben in der Partei engagiert habe immer so ein Total Unerwartete Moment, wenn man die Menschen, die man bisher nur auf Fernsehlein wenden kannte, plötzlich persönlich getroffen hat und die dann noch offen für einen waren.
00:01:18: Und das weiß ich noch, dass damals... Das war noch bevor, ich glaube sogar Grüne Jugendsprecherinnen haben immer auch von einem Parteitag miteinander gesprochen und es war ein sehr lockerrissen, sehr angenehmes Gespräch und ich dachte so ach krass!
00:01:30: Ich dachte immer, das sind ganz andere Menschen, wie ganz weit von mir weg waren.
00:01:33: Es waren aber einfach sehr schön.
00:01:36: Das hab ich übrigens über Helmut Kohl gedacht, als ich in den Bundestag
00:01:38: gemacht habe.
00:01:39: Er stand
00:01:39: ja auf einmal neben mir und dachte, den gibt's wirklich?
00:01:41: Den gibt es wirklich?
00:01:43: Es
00:01:43: ist kein Poster!
00:01:44: Kein Plakat!
00:01:45: Ein echter Mensch...
00:01:47: Ja genau.
00:01:47: Aber was ich über dich erst gedacht habe war Boas die Schlau.
00:01:50: Ich hab deinen ersten Redebeitrag gehört und dachte Hammer weil mein Vorurteil gegen einen Für-Sprecherinnen und Sprecher der Grünen Jung weiß nicht immer total von vornherein positiv Und insofern hat mich das sehr positiv überrascht.
00:02:05: Das war
00:02:06: nicht zu schnell!
00:02:07: Doch, es war viel zu schnell.
00:02:09: Vielleicht hatte diese Gedanke auch damit zu tun, dass du so schnell geredet hast, dass ich gar nicht hinterher kam mit meinem Denkdruck ... Nein!
00:02:15: Ich dachte, das muss irgendwas Bluges gewesen sein.
00:02:18: Ja, weil das weiß ich noch.
00:02:19: Das sagen ja heute Leute mir, ich würde so schnell reden und ich weiß, es ist doch immer noch ein Thema.
00:02:24: Aber im Vergleich zu vor circa zehn Jahren ist es schon sehr langsamer.
00:02:28: Umfähr
00:02:28: ein Drittel oder?
00:02:29: Würde ich auch sagen.
00:02:31: Damals war wirklich der kleine Wasserfall am Start.
00:02:33: Der Wasserfall an dem Start und ich glaube, du hattest auch so eine totale Sendungsbewusstsein Du wolltest ganz viel in der kurzen Zeit sagen, die dir irgendwie zur Verfügung steht.
00:02:40: Auch wenn die Zeit unbegrenzt war, sie war immer zu kurz?
00:02:43: Ja total!
00:02:44: Das hatte ich tatsächlich sehr stark gerade so als junge Frau dass sich immer ein bisschen das Gefühl hatte Ich muss alles jetzt unterbringen.
00:02:51: Es gibt so einen Video von Petra Kelly wo es jemand drauf angesprochen wird warum sie so unfassbar schnell reden würde und wo sie glaube ich sinngemäß sagt wir Frauen durften über Jahrhunderte hinweg nichts sagen.
00:03:02: Ich musste alles nachholen und so ein bisschen hatte ich dieses Gefühl wie auch damals in mir.
00:03:07: Kommt es aus deiner Kindheit?
00:03:08: Du bist ja im Tiefen Süddeutschland aufgewachsen,
00:03:11: in Baden-Württemberg
00:03:14: und Schwaben heißt nicht jetzt in der Großstadt?
00:03:17: Nö!
00:03:17: Das war ein Vorort von Nürtingen-Nürting ist so eine mittelgroße Stadt.
00:03:20: Nurtingen, Nürtigen würden wir auch schwierig sagen.
00:03:24: Bekannt für Hölderlin und Harald Schmidt.
00:03:29: Genau die zwei bekannten Nürttinger Gesichter.
00:03:34: Und genau sehr westdeutsch, sehr süddeutscht und sehr wohlbehütet würde ich auch im Ganzen sagen also das war schon damals in Ordnung der man es sich wohlfühlen konnte
00:03:45: Und dieses Wohlbehütete, du bist ja bei deiner Mutter aufgewachsen und ihr wart zu einem Frauenhaushalter.
00:03:50: Verstanden?
00:03:50: Deine Großmutter noch und so.
00:03:53: Hat dich als Jungfrau dieses Thema Frauenrolle beschäftigt schon oder war das eigentlich eine Selbstverständlichkeit und es kam erst später für dich?
00:04:02: Mich hat das schon sehr stark beschäftigt.
00:04:03: Ich muss zugeben, in der Teenager-Phase auch manchmal in der Abgrenzung von meiner Mutter ... Das ist ja was, glaub ich?
00:04:10: Die
00:04:10: Zöpfe haben rückgetragen.
00:04:11: Natürlich!
00:04:12: Ja, ich war mit der Meinung auf Feministin, die sind alles so verklemmend und wenn man sich doch genug Mühe gibt, dann kann man alles schaffen als junge Frau.
00:04:18: Und das ist eher etwas für Opfer, die ganze Zeit irgendwie über die Strukturen zu reden.
00:04:23: Meine Mutter kam aus der Friedensbewegung, aus der Frauenbewegungen, hat als Sozialarbeiterinnen ein Frauenhaus gearbeitet meine Abgrenzungsbewegung dazu, mich sozusagen aus so etwas liberale Artenweise vom Feminismus abzugrenzen.
00:04:38: Ist auch ganz lustig heute weil ich würde sagen alle in meiner Familie haben ganz gerne recht und da hat sie natürlich recht behalten und das heißt es klingt ihr natürlich auch immer eine kleine diebische Freude wenn jetzt heute ich Dinge verdrehte wo ich mir mit fünfzehn erklärt habe dass das kompletter Quatsch ist.
00:04:55: was aber schon glaube ich mit den beiden Frauen als?
00:04:58: das war einmal meine Mutter und meine Großmutter Und die waren ganz unterschiedlich von sowohl ihren politischen Einstellungen als auch ihren Lebensweg.
00:05:06: Meine Großmutter war konservativ, war Hausfrau, vor allem aber auch Pfarrfrau und das war für sie wirklich eine Lebensaufgabe sich um die Gemeinde zu kümmern, sich um Familie zu kümmern, sich über die Enkelkinder zu künmern.
00:05:19: Gleichzeitig war es die schon immer so verbunden
00:05:23: hat
00:05:23: dass ich bei beiden das Gefühl hatte ... Die mussten sich so ein bisschen ihren Lebensweg erkämpfen.
00:05:29: Also, der war nicht ganz vorgezeichnet und unter mit einem zwanzierleinerziehenden Kind bekommen dann arbeiten ... Das war da noch eine Zeit, da warst du das eine Kind, das mal nach zwölf Uhr noch in der Kita
00:05:42: war?
00:05:43: Genau!
00:05:44: Uns in Westdeutschland war das noch das Rabenmutterbild, war einen Neunzigern auch noch ganz stark ausgeprägt bei denen die nebenher arbeiten, wo auch gar nicht gefragt wurde ob diese überhaupt aussuchen, ob sie nebenherarbeiten wollen oder ob sie aber auch geldmößig nebenherarbeiten.
00:05:56: müssen.
00:05:57: Und aber auch meine Großmutter, die ist sehr arm aufgewachsener und war dann die eine Tochter sozusagen die ältere und die jüngste konnten jeweils eine Ausbildung oder durften eine Ausbildung machen und sie waren das Mittelkind.
00:06:10: der Sandwich Kind musste direkt nach der Schule arbeiten in der Wäscherei Und hat dann aber, finde ich sich so eine total schöne Rolle über dieses für die Gemeindedasein und für die Familie Dasein.
00:06:20: Was
00:06:20: ja meistens zu der Zeit in Westerland war das ein Job?
00:06:23: Total!
00:06:23: Frau war jetzt nicht irgendwie Hausfrau, sondern es war eigentlich ein Job.
00:06:27: Auf jeden Fall!
00:06:27: Weil
00:06:28: man alles mögliche Unternehmen musste...
00:06:29: Komplett!
00:06:30: ...für
00:06:30: die Kinder sorgen also nicht für die eigene Kinder, sondern die Kinderarbeit in der Gemeinde machen.
00:06:33: Total!
00:06:34: Hat sie
00:06:34: Orgel gespielt womöglich
00:06:35: oder nicht?
00:06:36: Ja, dann irgendwie das Fahrgrenzchen organisieren und die ganzen Sachen da wo die Gemeinde irgendwie einen Kuchen verkauft.
00:06:43: viel an zu seelsorgerische Arbeit.
00:06:45: Ich würde auch sagen, dass sie da doch manchmal ... eingesprungen ist bei meinem Großvater.
00:06:50: Mein Großvatter war ein sehr verkopfter Mensch, sehr klug aber immer sehr analytisch, theologisch an die Glaubenswagen rangegangen.
00:06:58: Aber ich meine du kennst dich da besser aus als ich.
00:07:01: Vieles was Menschen in der Kirche und in der kirchgemeinde suchen Ist ja nicht immer die Theologische Auslegung einer Bibelstelle.
00:07:07: Sondern jemand nimmt sich meines Problems an.
00:07:09: Jemand versteht was womit ich zu hause mit niemanden reden kann Und das hat eher meine Großmutter als mein Großvator die diese Arbeit gemacht hat.
00:07:17: Total spannend, wir haben zwei Gemeinsamkeiten von denen ich noch nichts wusste.
00:07:21: Nämlich die eine als Bündnis Neunzig und die Grünen miteinander verhandelt haben ob sie eine Partei werden wollen war ich auf der Bündnis neunzig Seite Und ich war mit drei anderen Frauen strikt gegen die Quote weil ich überzeugt war Frauen schaffen es auch so
00:07:34: Ja
00:07:34: und das war ein bisschen die ostdeutsche Biografie.
00:07:37: also Wir hatten ja Gleichberechtigung und auch zum Teil bessere Strukturen Trotzdem Benachteiligung, also weil Frauen haben halt trotzdem alles gemacht zu Hause und dieses Hausarbeit war Frauensache.
00:07:49: Und sie sind nicht aufgestiegen wie Männer aufgestigen sind.
00:07:53: es gab eine einzige Frau in der Regierung damals und das war die Frau von Eric Hornecker, die Bildungsministerin war.
00:08:00: aber trotzdem habe ich gedacht ne das ist ja genau die Freiheit müssen jetzt nicht mehr diese Aufregeln haben.
00:08:05: Dass
00:08:05: auf das Individuum geschaut wird und dass
00:08:08: man nicht immer kollektiv und gesellschaftlich ist, sondern dass das Ind individuum der Moment ist?
00:08:14: Und deswegen haben wir da hart gestritten Und ich bin aber Konvertitin.
00:08:18: Ich hab das dann irgendwie mich von den Frauen aus Westerstein wirklich krass überzeugen lassen und ich glaub, es gibt keinen Moment danach mehr in meiner politischen Arbeit wo ich auch nur im Mindestens daran gezweifelt hätte dass die Quote genau richtig ist und insofern man
00:08:32: zieht auch genügend Momente wo man sich denkt hätten wir sie heute nicht als auch die Vorschriften von Grün wären dann diejenigen weil wir irgendwie per se die feministischeren Menschen sind.
00:08:43: halt ich
00:08:43: würde hier nicht sitzen.
00:08:44: definitiv also der auch kandidiert hatte damals und das war völlig klar, der hätte gar nicht auf die Idee kommen zu fragen ob ich auch möchte.
00:08:53: Das ist ein Job.
00:08:57: Aber das andere ist es mit der Rabenmutter.
00:08:59: tatsächlich hat mich als ich im Bundestag kam eine Journalistin Kleines E gefragt ob ich mich eigentlich als Raben-Mutter fühle weil ja meine kleinen Kinder war ja meine kleinen Kinder zu Hause und kümmert sich, dann kümmerte sich der Mann so ein bisschen.
00:09:12: Der armen Mann hat es auch sehr gut muss man sagen.
00:09:15: also er hat das auf der einen Seite gemacht und ich war sehr happy darüber dass ich diese Sitzung machen konnte und die Kinder gut versorgt waren.
00:09:21: und auf der anderen Seite kann man Leute können wir... Also was können wir denn machen?
00:09:25: Können wir sie unterstützen?
00:09:26: und geht das denn für Sie?
00:09:27: und so?
00:09:28: und Ja geht für mich kein
00:09:29: Ding.
00:09:31: aber ist dieses Rabenmutter-Thema?
00:09:33: Ich kannte den Begriff überhaupt nicht.
00:09:35: Gab es ihn nicht in Ostdeutschland?
00:09:36: Nein!
00:09:37: Also es gab alles Mögliche, aber dass eine Rabenmutter eine ist, die arbeitet.
00:09:42: Im Gegenteil war so wenn Frauen nicht gearbeitet haben dann galten sie als in Anführungszeichen A-Sozial und das ging irgendwie gar nicht.
00:09:50: Und natürlich mussten alle Kinder den Kindergarten gehen und mussten in den Hort gehen, den Schulhort gehen.
00:09:55: Anders wär's gar nicht zu Managing gewesen War bei mir selber ein bisschen anders weil meine Eltern Tanzlehrer waren und die arbeiteten halt nachmittags und abends.
00:10:02: Deswegen hatte ich so ne Kinderfrau uns betreutert abends.
00:10:06: Aber tatsächlich war Rabenmutter, dieses Wort habe ich noch in der Zeit neunundneinzig gelernt dass es überhaupt gibt und das ist auf den Raben gegenüber ja nicht gerecht.
00:10:15: Nie auf gar keinen Fall!
00:10:16: Und es ist natürlich wirklich eine absurde Vorstellung weil dahinter finde ich immer so ein... Aufopferungsgedanke steht.
00:10:23: Also die Vorstellung, eine Mutter ist nur dann eine gute Mutter wenn sie nur Mutter ist.
00:10:28: Wenn sie sozusagen vollkommen aufgeht in der Rolle als Mutter und ich glaube dass dir das Mutter ein wunderschönes sein kann.
00:10:36: Ich erlebte es bei meiner eigen Mutter, ich erlebete es bei vielen Freunden und ich bin jetzt gerade im Alter Anfang dreißig.
00:10:41: irgendwie.
00:10:42: vor zwei Wochen war ich auf einem Geburtstag und wir waren glaube Elferwachsene und fünf Kinder unter zwei.
00:10:47: Das ist die Phase, wo
00:10:50: das überall
00:10:51: ... Genau, es sind noch nicht mehr, aber auf dem Weg dahin hat man das Gefühl, er wird so ein bisschen überdrumpft als erwachsene.
00:10:57: Und sehe wie schön das ist?
00:11:00: Ich glaube trotzdem... Das ist vielleicht auch ein bisschen das, was ich vorher meinte, was mir dann sowohl meine Mutter als auch meine Großmutter mit auf den Weg gegeben haben.
00:11:09: sich nicht nur darüber zu definieren, sondern das ist ein ganz wichtigen Teil.
00:11:13: Aber ich glaube, dass es als Kind, übrigens als Junge und als Mädchen auch total inspirierend sein kann, eine Mutter zu haben die ... Kreativität auslebt, die eigene Ziele hat, die Hobbys hat, andere sozusagen sich auch um ihre eigenen irgendwie Bedürfnisse kümmert, als ... Die sich in der Aufopferung für die Familie versteht.
00:11:35: und da ... hab ich das Gefühl, hat sich auch was getan in den letzten Jahren.
00:11:39: Obwohl mich manchmal fragt, ob's nicht in die andere Richtung umkippt?
00:11:44: Meine eigenen Kinder sind ja erwachsen und älter als du.
00:11:47: Ich habe zwei Söhne und die haben gesagt, irgendwann war schon alles gut.
00:11:52: Natürlich hatten wir nacheinander Sehnsucht gehabt, also ich nach denen, die nach mir getrennt waren.
00:11:56: aber trotzdem haben sie gesagt, wir haben total viel mitbekommen am Küchentisch einfach weil ihr mit Leuten geredet habt, die für uns interessant waren.
00:12:05: Wir haben gelernt, was Politik bedeutet.
00:12:07: Was Macht bedeutet und dass Niederlagen nicht da sind, dass man sich niederlegt sondern mal wieder von vorne anfängt.
00:12:13: So Geschichten und sagen bis heute... Das war nicht immer einfach aber es war trotzdem cool, dass wir so einen Einblick hatten
00:12:21: in vieles.
00:12:22: Insofern ... Aber Heute!
00:12:25: Also wir sind ja beide Grüne und wir sind als grüne Feministische Partei in allen Ecken und Enden Und manchmal habe ich das Gefühl, dass ... Die alten Video-Jungenfrauen, es gibt gar nicht so einen großen Unterschied.
00:12:41: Extrem hohe Erwartungen gestellt werden.
00:12:44: Also sie sollen das bitte mit der Familie machen ist auch wichtig.
00:12:47: also wir müssen ja mehr Kinder kriegen und ich habe jetzt gelernt in einem Artikel den ich gerade gelesen habe dass es so wichtig ist Kinder zu kriegen weil dann mehr Lachen in der Welt isst Und das finde ich ein sehr wichtigen Aspekt.
00:13:01: Also angeblich lachen Vorschulkinder vierhundertmal Am Tag und Erwachsene, zwanzigmal.
00:13:08: Zwanzig
00:13:08: mal
00:13:08: ist sehr gut!
00:13:09: Ja das ist sehr wenig.
00:13:09: also ich glaube wir
00:13:10: bald... Ich lache
00:13:11: auf jeden Fall mehr oder?
00:13:12: Also wahrscheinlich treiben wir das hoch.
00:13:14: Sehr
00:13:14: gut, ich arbeite.
00:13:17: Aber tatsächlich irgendwie das mit den Kinder kriegen, dass Mutter sein... Klar macht
00:13:21: was mit der Gesellschaft ob sie viele Kinder hat, das würde ich auch auf jeden fall
00:13:23: sagen.
00:13:23: Das Mutter sein cool machen is ne Erwartung nicht übertrieben cool, nicht übertieben nenniemäßig.
00:13:32: Dann sollen wir uns mit dem Tread Wives Synonym beschäftigen und fragen was ist denn da los?
00:13:37: Und
00:13:38: dann sollen wir bitte aber auch noch arbeiten und das auch gut machen und uns noch darum kümmern dass die Männer nicht gewalttätig sind und für Gleichberechtigung sorgen.
00:13:46: Ich finde schon es ist ganz schön viel Erwartung auf der progressiven Seite.
00:13:50: also wir müssen ja nicht über irgendwelche Rechtsradikalen unterhalten, die etwas anderes
00:13:53: sehen.
00:13:54: Total vereinen bei ihr.
00:13:55: auf der progressiven Seite würde ich sogar sagen in noch stärkere Maße dieses alles auf einmal ist.
00:14:00: Also ich kriege das bei... ... vielen Freunden von mir mit, ne?
00:14:04: Man hängt sich in der Arbeit dran.
00:14:06: Als hätte man keine Kinder, weil man will ja auch Karriere machen und nicht nur irgendwie arbeiten gehen.
00:14:10: Dann kümmert es sich aber um die Kinder als hätte man irgendwie keine Karrieren.
00:14:14: dabei gibt's extrem hohe Ansprüche als.
00:14:16: das ist schon bei mir, obwohl ich noch gar keine Kinder hab.
00:14:19: wenn ich da auf Instagram oder TikTok unterwegs bin wie viele Videos dir erklären, wenn du das Spielzeug nicht gekauft hast oder bei dem Berg wo du mit deinem Kind hochgegangen bist mal schlecht gelaunt geworden bist dann bist du basically jetzt verantwortlich dafür, dass dein Kind später mal nichts im Leben erreichen kann.
00:14:36: Dann geht man noch zum Sport, weil man soll ja auch auf sich achten und dabei auch noch gut aussehen.
00:14:42: Und abends streitet man sich damit mit einem Partner, ob man jetzt nicht das Fifty-Fifty aufgeteilt hat oder dann diese Anspruchengleichberechtigung der ein absolut richtiger ist von dem wir auch immer zu weit entfernt sind den ich aber immer als Entlastung und Befreiung verstanden habe plötzlich eigentlich auch noch zu einer weiteren Erwartung wird.
00:14:59: also wie es bekommt dann jemandem freundlich das Kreis mit, dass ihr irgendwo mal was nicht komplett Fifty-Fifty gemacht habt.
00:15:04: Weil dann bist du ja keine gute Feministin
00:15:06: und ich fand's gefühlt... Und dann redet deine Freundin
00:15:08: mit dir darüber?
00:15:09: Genau!
00:15:09: Ob da noch mal weiße drüber nachdenken muss wo ich auch freuen kann sagen Ja klar ist das der Anspruch aber es sollte halt keiner sein der ein noch mehr einschränkt sondern das sollte irgendwie auch ins Leben passen.
00:15:19: und ich glaube diese Dauer-Erwartungen von allen Zeiten, die führen zu einem Grundgefühl und das ist Erschöpfung.
00:15:27: Das erlebe ich gerade ganz viel dieses Grundgefühle von Erschäpfung, von Stress ... Und man hasstet so ein bisschen durchs Leben.
00:15:35: Und das sollte aus meiner Sicht nicht die Zielsetzung von progressiver Politik sein.
00:15:39: Also sozusagen es darum geht mehr Stress für Frauen zu schaffen sondern eigentlich solltest uns das Leben ein bisschen leichter und ein bisschen freier machen.
00:15:47: also viele Westdeutsche Frauen, die so alt sind wie ich oder ein bisschen älter.
00:15:51: Die waren ja noch vor der Entscheidung gestellt Kinder Ja-oder Nein und die haben uns dann immer so angucken gesagt ihr habt das einfach so gemacht und mit Anfang zwanzig Kinder gekriegt.
00:15:58: und ging das überhaupt?
00:16:00: Und ja es ging und ist auch irgendwie natürlich irgendwie vereinbar auch wenn es anstrengend ist.
00:16:07: Jetzt hast du glaube ich so diesen Andersrum den Stress.
00:16:10: Das muss schon beides sein was muss alles funktionieren.
00:16:13: Würdest du sagen dass es schon ausreicht wenn die Strukturen funktionieren.
00:16:19: Also ich höre das so ein bisschen.
00:16:20: auf der einen Seite ist wir brauchen mehr Kitas und die müssen verlässlich öffnen, die müssen auch übrigens gut sein sonst hat man nämlich sofort Stress.
00:16:27: es ist gut die Kinder da hinzugeben.
00:16:30: Es geht immer auch um Umverteilung, es geht um Gender Pay Gap also verdienen Frauen genauso viel wie Männer.
00:16:36: aber es gibt eben auf der anderen Seite auch diese gesellschaftliche Erwartungen von der du geredet hast.
00:16:40: und ich frage mich manchmal dürfen wir auch mal darüber sprechen, dass wir ein bisschen entspannt sein können.
00:16:46: Dürfen wir darüber sprechen das man irgendwie auch nicht den ganzen Tag über Erziehung nachdenkt sondern auch mit Kindern zusammen lebt und nicht ständig den Erziehungsrat gebe oder die fünfundzwanzig die man gelesen hat im Kopf hat?
00:16:57: Und also vielleicht ist es so meine Generation die sagt ja klar die Kinder laufen auch mal mit, sie gehen auch mal zu irgendwas und das ist jetzt nicht kindgerecht aber es ist trotzdem irgendwie cool.
00:17:07: Meine Kinder sind auch oft viel zu lange aufgeblieben, weil sie mit auf irgendeine Veranstaltung hat oder auf einer Party ... Genau.
00:17:12: Auf
00:17:13: eine Bank geschlafen
00:17:14: wegen
00:17:15: dem Lautsprecher
00:17:16: und du bist eigentlich ganz okay geworden mit dir.
00:17:19: Ich würde auch sagen, aber ich bin ja wahrscheinlich die beste Richterin darüber.
00:17:23: Aber persönlich würde ich auch sagen Ja!
00:17:25: Ich glaube es ist auch ne gesellschaftliche Frage.
00:17:27: also wie du sagst natürlich spielt das eine riesige Rolle.
00:17:29: Wie viele älteren Geld bekomme ich?
00:17:31: Wie hoch sind die Kita-Beiträge?
00:17:32: Wie hohe ist meine Mietrechnung?
00:17:34: Das sind alles noch weitere Stressfaktoren.
00:17:37: Manchmal spannend ist, wenn Frauen oder auch Männer und Väter immer die sehr gutes Einkommen haben.
00:17:45: Ihr Häuschen schon abbezahlt haben?
00:17:47: Und dann erklären das alles gar nicht so viel Stress.
00:17:48: Was habt ihr denn?
00:17:50: Es ist nicht für jeden das Gleiche!
00:17:52: Aber ich glaube, dass was du sagst ... Ich würde sagen wir haben zwei Tendenzen, die wir über das letzte Jahrzehnt erleben.
00:18:00: Das eine ist ein sehr starkes Zurückziehen in die Kernfamilien manchmal auch einfach nur auf das Individuum.
00:18:08: Also der große Traum ist irgendwie so zu leben, dass ich möglichst wenig Kontakt mit anderen Leuten habe und das Umfeld ist vor allem die eine KernfAMilie und immer weniger Leute kennen ihre Nachbarn und ihre Nachbarschaften wirklich.
00:18:23: Die meisten von uns, mir inklusive sind auch weit weggezogen von ihren Familien.
00:18:27: Es gibt nicht mehr viel an erweiterte Familie, die in der gleichen Stadt wohnt.
00:18:32: und das führt zum einen dazu, dass es eine ganz starke Zentrierung auf diese eine Kernfamilie gibt aber auch ein Zurückgeworfen sein darf.
00:18:41: Und ich meine, dieser alte Spruch It Takes a Village, also es braucht ein Dorf ... Da ist ja was dran.
00:18:47: Und ich erinnere mich da stark in meiner Kindheit, war das so ... Wir haben ganz viel Zeit beim Onkel für brachten seinen Kindern dann bei Freunden von meiner Mutter.
00:18:55: Dann auf der Party, es hat eine Person, die nach den Kindern geguckt hat.
00:18:58: Dann ... Ist man auch einfach mal mitgegangen zu Events wo sich nicht das Ganze um das Kind gedreht hat?
00:19:07: Ich glaube, dass ist die zweite Entwicklung des neuen und auseinandersetzlichen Erziehungsmethoden, die an vielen Stellen sehr sinnvoll sind.
00:19:15: kleine Kinder, die da gerade damit aufwachsen, dass sie wissen es ist okay Gefühle zu zeigen.
00:19:21: Okay Grenzen zu setzen aber so eine Zentrierung davon gibt auf das Kind
00:19:29: was
00:19:29: dann eigentlich gar nicht in der Gesellschaft passiert, die nicht auch kinderfreundlich ist.
00:19:33: Also wo doch komisch angeschaut wird es an der Bahn wenn dein Kind mal schreit aber du sollst bitte die ganze Zeit darauf fokussiert sein und ich auch einfach mal sagen jetzt kommt ihr halt mal mit.
00:19:41: Und ich glaube dieses mehr das wieder zum Teil von dem Alltag zu machen und nicht zu einer dauerhaften Sonderaufgabe.
00:19:49: Ich glaub' das würde ein bisschen aus dem Stress auch wegnehmen.
00:19:51: Vielleicht ist es auch eine Gegenbewegung.
00:19:52: also zudem die Strukturen ändern sich viel zu langsam verbessern sich viel so langsam.
00:19:56: als solange ich Politik mache geht es immer um Kinder in Besserland und wie man es macht.
00:20:01: Und auch in Ostdeutschland dann irgendwann, weil der Beschreuungsloß nicht mehr bestimmt hat.
00:20:04: aber eigentlich war's immer so ein Thema.
00:20:06: wir müssen das schaffen dass sich hier hängt immer hinterher und viele andere Strukturen sind ja auch nicht kindgerecht.
00:20:11: also es geht ja irgendwie los mit den Bordstein in der Stadt wo du nicht hochkommst
00:20:16: und wie viele Aufzüge kaputt sind wenn mal einmal mit der Bahn.
00:20:19: genau
00:20:20: das alles gehört dazu und vielleicht ist dieses Rückziehen auch eine Gegenbewegung.
00:20:26: Aber ich bin mir gar nicht so ganz sicher, ob dieses Bild was du hast, das ich vielleicht auch habe von dieser irgendwie potenziellen Großfamilie oder Wahlverwandtschaft.
00:20:36: Ob es nicht eine sehr miljöhafte Geschichte ist?
00:20:40: Also bei mir war immer die Tür offen und der Kühlschrank voll.
00:20:44: Das ist auch immer wichtig.
00:20:45: Und die Kinder konnten immer mitbringen, wenn sie wollten.
00:20:48: Manchmal kannte ich diese mitgebracht haben und manchmal auch nicht.
00:20:51: Bei meinen Enkelkindern ist es eigentlich ähnlich.
00:20:53: Bude voll mit Freunden und Freunden von Freunden.
00:20:56: Und manchmal fragen die Eltern nach der Freundin, der Tochter warum sie jetzt eigentlich schon drei Tage nicht da war und ob es sehr gut geht?
00:21:04: Aber das ist glaube ich nicht in allen Milieus der Fall sondern dieses also auch als Kind war, als ich junge Erwachsene war.
00:21:12: Es gab schon viele, die haben sich exakt auf ihre Familie konzentriert und sind nicht so unterwegs gewesen mit ganz viel Interaktion.
00:21:20: Aber die Erwartungen – das ist glaube ich der Punkt.
00:21:22: Die ist heute schon eine andere, dass du es nämlich bitte alles richtig machen
00:21:26: musst.
00:21:26: Ja total!
00:21:31: Das ist so eine Sache wo ich denke mein Gott Warum sind wir eigentlich, also sogar als die progressive Partei?
00:21:37: Die sich damit auseinandersetzt.
00:21:39: Warum spielen wir dieses Spiel mit?
00:21:41: Ja, total!
00:21:41: Wofür,
00:21:42: wofür sind eigentlich Bündnis Neunzig-Die Grünen da?
00:21:44: für Klima natürlich und für Verkehr und für Mehrgerechtigkeit und Umverteilung.
00:21:49: aber warum nehmen wir uns dieser Frauenfrage eigentlich nicht an sondern spielen so ein bisschen mit dabei?
00:21:55: ja wir haben halt die Quote ja wir bezeichnen uns alle als Feministinnen und Feministen.
00:21:59: total super was wir da machen Und wir haben eine Väterbewegung und die Männer machen sich Gedanken um das Männerbild.
00:22:07: Ich denke so, ja aber danke dafür!
00:22:09: Aber am Ende hängen die Frauen in dieser Spirale- und Siebenfachvolle...
00:22:14: ...und
00:22:15: Erwartungen.
00:22:16: Ja und ich glaube ehrlicherweise wäre es auch gerade die Aufgabe von feministischen Parteien auf feministische Bewegung was von diesem Druck rauszunehmen.
00:22:23: weil wenn wir beides sagen Wir haben den auch mitaufgebaut also in dem Fall ist es jetzt nicht
00:22:28: das
00:22:28: böse Patriarchat oder die Männer, die das gemacht haben.
00:22:32: Sondern es ist schon auch was, was man selbst mit sozusagen aufgebaut hat an Erwartungen.
00:22:37: Da dann selbst mal zu sagen, man nimmt da etwas an dem Druck raus irgendwie du musst die perfekte Mutter, die perfette Mitarbeiterin und dann auch noch die perfakte Feministin sein, die's eh nicht geben kann weil sie ja immer streit darum gibt, was das dann ist und wie das genau aussieht und so was.
00:22:51: Das heißt ich glaube auch von diesem Anspruch der Perfektion wegzukommen Und ich find's ganz interessant, weil sagst du mir, je spezifisch Das stimmt bestimmt.
00:22:58: Bei mir war es aber tatsächlich auch da eine Frage, die viel mit Stadten Land zu tun hatte.
00:23:04: Wir haben vor Ort von einer mittelgroßen Stadt waren immer ganz viel auf der Schwäbischen All weil wir dort auf einem Reiterhof waren dann drei Tage die Woche unterwegs und da war meine Erfahrung je dörflicher wir waren desto normaler war das.
00:23:18: Das hat einmal so eine Sicherheitsfrage, da konntest du halt wirklich die Kids einfach ... Du hast uns einfach ... Niemand wusste, wo wir sind.
00:23:24: Weil wir waren irgendwo im Dorf unterwegs?
00:23:26: Ob der Haus wenn's dunkel ist?
00:23:26: Genau!
00:23:27: Und man ist halt irgendwie bei irgendeiner einer der Familien ist man am Ende immer gelandet und dann wurde halt die anderen angerufen übrigens deine ist grad auch hier so.
00:23:36: also das war das fand ich was ganz schönes am Dorfleben dass es da so ein Sicherheitsgefühl und damit war dann eben auch stark verbunden dieses Wahnsinn Gefreiheit von uns Kinder.
00:23:46: also ne wirklich irgendwie von zwölf Uhr, weil man fertig war mit dem Reitunterricht Bis abends, um acht oder neunzehn Uhr.
00:23:52: Da haben wir halt einfach irgendwo unterwegs und dadurch war das auch so eine Normalität sich zum anderen zu kümmern.
00:23:57: Das erleb ich oft in Städten deutlich weniger weil natürlich manchmal eine andere Unsicherheit damit verbunden ist, auch eine andere Anonymität, weil es viel mehr Menschen sind.
00:24:06: Deshalb gab's da glaube ich für mich immer so ein Unterschied wo das sozusagen am stärksten ausgelebt ist und eigentlich immer weiß was ich sehr genossen habe, so wie ich auf dem Land war.
00:24:15: Ich mache jetzt noch einen Geständnis nachdem ich schon gesagt hab dass ich gegen die Quote war.
00:24:20: Ich finde es total langweilig auf Spielplätze zu gehen, mit Kindern.
00:24:23: Egal wie alt sie sind und ich find das ist total lang, weil ich Bausteine aufeinander zu stapeln.
00:24:27: Das kann nicht gut verstehen!
00:24:28: Egal ob dass Kinder oder Enkel sind.
00:24:29: und dann haben wir gedacht warum muss ich das machen?
00:24:33: Und da hab ich gedacht also Vorlesen mag ich gerne, Vorstellen mag ich gern Mit Kindern kochen mag ich auch gerne uns irgendwie mit ihnen unterwegs sein mag ich super gerne.
00:24:42: aber so ein paar Sachen die man machen muss bin ich total schrecklich Und auch das ist so ein bisschen... Also heute redet man nicht nur darum, dass man die Bausteine aufeinander, sondern auch noch welche Bausteinen es auf jeden Fall sein dürfte.
00:24:52: Muss
00:24:53: auf jeden fall nachhaltig sein und muss dann auch irgendwelche Formen haben, die auf irgendwelchen Psychonstimulatoren besonders antbringen?
00:24:59: Ganz
00:24:59: sicher auch die Farbe ganz wichtig!
00:25:01: Und natürlich darf kein Gift drin sein.
00:25:02: um das einmal für Leute, die das vielleicht jetzt für uns zu sagen, das soll ich so sein.
00:25:07: Sind wir auch
00:25:07: dafür?!
00:25:07: Sind wir aber
00:25:08: auch dafür, dass kein Gift drinnen ist.
00:25:09: Aber ich glaube diese... Auch das ist ein Teil von krasser Erwartung.
00:25:13: Ich frag mich aber auch manchmal ob dass so ein Wunsch nach Kontrolle ist.
00:25:17: Weil du vorher gesagt hast, es gibt einen sich daraus zurückziehen auch heute.
00:25:23: Ich hab manchmal das Gefühl ... Also ich glaub schon an vielen Stellen man ja eine Erfahrung von Kontrollverlust hat.
00:25:31: gerade wenn man die Nachrichten schaut hat man irgendwie das Gefühl okay was passiert in dieser Welt teilweise auch mit Menschen auf die Politik blicken und das Gefühl haben sind die überhaupt noch handlungsfähig und natürlich auch im eigenen Leben.
00:25:41: Wenn man dieses, was wir gerade beschrieben haben, Hetzen vom einen Ort zum anderen und für ein Selbstblatt dabei einfach gar keine Zeit noch geschweige denn für die Beziehung ... Dass das viel ist als so'n Kontrollverlusten dann manchmal auch dieses Rückbesinn auf sehr stark ne?
00:25:55: Was kann ich in meiner kleinen Familie erreichen?
00:25:58: Was kenne ich in der Erziehung?
00:25:59: Ich finde auch dieser starke Fokus von dem ich ja selbst ein bisschen teil bin, aber auch Sport den es heute gibt auf den eigenen Körper.
00:26:05: Den ich bei ganz vielen Leuten erlebe ist glaube ich auch so einen Wunsch irgendwas was ich kontrollieren kann und ich kann vieles auf dieser Welt nicht kontrollieren, aber die Frage ob ich mich morgen früh aufraffe noch ins Fitnessstudio zu gehen?
00:26:17: Und welchen Bauglotz ich kaufe das kann ich zumindest irgendwie.
00:26:20: da kann ich diesen Wunsch nach Ich hab's in der Hand!
00:26:23: Ich kann mich verbessern, ich kann mich optimieren zumindest noch ein bisschen gerecht werden
00:26:27: Und das trifft ja Frauen wie Männer gleichermaßen.
00:26:28: Also Männer auch mehr und mehr, die da dabei sind... Was die
00:26:32: Körperbilder angeht total!
00:26:34: Wenn ich heute ein vierzehnjähriger Junge wäre?
00:26:37: Das ist krass was da alles aneinander gibt.
00:26:39: Da gibt es dann so einen Lux-Maxon, die sich jeden Tag das Kinn abhämmern damit das irgendwie pointierte wird.
00:26:46: Und die
00:26:46: Banksohn einschlagen, damit sie anders zusammenwachsen.
00:26:48: Darüber
00:26:49: müssen wir jetzt nicht weiter reden.
00:26:50: Ich krieg jeden verstechte Laune und das möchte ich nicht so gerne,
00:26:53: weil
00:26:54: wir sind glaube ich an einem wichtigen Punkt angelangt diese Frage Kontrollverlust, Individuum und Kollektiv.
00:26:59: Und was erwarten Leute eigentlich gerade von der Gesellschaft?
00:27:05: Also wenn ich Leute frage wie geht es dir sagen die ganz oft persönlich gut
00:27:08: ja
00:27:09: und dann aber die Weltlage ist ganz ganz furchtbar.
00:27:11: und dieser Unterschied zwischen Optimismus und Pessimismus zwischen Positiver Erwartung und diesen Negativen.
00:27:19: Was ist da draußen in der Welt los?
00:27:21: Habe ich eineseits großes Verständnis dafür, weil Trump, Putin ... Also es gibt irgendwie genügend Dinge nur an den drei Männern festgemacht erst mal die eine Katastrophe sind.
00:27:31: Die Klimakrise geht weiter haben wir nicht im Griff.
00:27:35: Menschen drehen durch wegen eines Wahls und tausende Wale sterben und das interessiert keine Socke.
00:27:41: Also da gibt es natürlich genügend Grund, pessimistisch zu sein oder besorgt zu sein sagen wir's mal so.
00:27:48: Und der Rückzug ins Private ist dann der Ort wo die Welt noch in Ordnung scheint und wenn da was scheitert das ist ein Riesenproblem.
00:27:55: Hast du eigentlich das Gefühl dass... Also hast du selber das Gefühl, dass man so wenig machen kann an der Weltlage?
00:28:01: Ich bin ja eher so ein
00:28:03: grundpositiver
00:28:03: Mensch.
00:28:03: Ich hab einmal eine Revolution gemacht und denke, wenn es nötig
00:28:06: ist, machen
00:28:07: wir das halt noch mal nicht nochmal aber noch mal anders.
00:28:11: Aber wie geht's dir?
00:28:14: Ich muss grad so schmunzeln, dass Leute oft sagen, mir geht's gut.
00:28:17: Aber gleich mit der Weltlage, weil ich mich manchmal selbst dabei erwische ... Wenn Menschen fragen, wie gehts dir?
00:28:22: Erst antworten wir zu vollgut und dann aber gleich danach sage ... Also privat!
00:28:27: Weil natürlich politisch.
00:28:28: das belastet mich sehr.
00:28:29: Und die Umfrage wird in Sachsen-Anhalt.
00:28:32: Die Weltlage und sowas.
00:28:33: Weil man schon Angst hat, dass man irgendwie naiv wirkt oder weltfremd.
00:28:37: Wenn man einfach sagt, heute geht es mir gut.
00:28:39: Wenn die Leute denken, hätte nicht mitbekommen, dass Donald Trump existiert.
00:28:42: da muss man immer gleich hinterher schieben.
00:28:44: Aber keine Angst, keine Angst!
00:28:45: Eigentlich natürlich
00:28:46: nicht.
00:28:47: und aber ... Das ist ja schon so ein bisschen ausdruckend.
00:28:51: Ich finde es interessant, weil du rückstückens private gesagt hast, ich hatte tatsächlich ... das war im zweiten Januar als Trump-Bolzonaro entführt hat und da saß ich noch bei einem Familienfest zu Hause und hatte einen total schönen Tag.
00:29:02: Dann kamen diese Nachrichten, dann hatte ich erst das Gefühl, oh Gott, ich muss mich dazu äußern, weil ich manchmal auch das Parteivorsitzengribbeln in mir hab.
00:29:09: Erst mal dachte ich, du musst dich gerade äußeren?
00:29:11: Weil du hast gar nichts Neues zu sagen!
00:29:13: Und dann ist es vielleicht vollkommen okay einfach nicht zu sagen.
00:29:15: Was ich aber gemacht hatte, weil sie das Gefühl hatte, und aber auch viele andere brauchen grad so ein bisschen Hoffnung, war einfach mal zu fragen.
00:29:23: Viele Menschen beim Umfeld in meiner Familie, aber auch über Social Media, was gibt euch eigentlich Hoffnung?
00:29:28: Und dann war es der erste ... Also, was viele haben geantwortet?
00:29:32: mit Ofra Lami fällt's grad total schwer die Frage zu beantworten.
00:29:35: Und viele haben aber auch geantwortete meine Familie, meine Enkelkinder, meine Freunde, mein Dorf, meine Gemeinde.
00:29:42: Und die Zündikerinnen.
00:29:43: mir hat natürlich auch gleich wieder gesagt, ja ist doch klar.
00:29:46: Wenn es in der Politik keinen Anlass mehr zur Hoffnung gibt dann ziehen sich die Leute aus Private zurück und wahrscheinlich ist da ein Teil der Wahrheit dran.
00:29:53: aber ich glaube
00:29:55: wenn
00:29:55: wir wieder mehr verändern wollen über die Politik was ich grundsätzlich sehr möglich halte sollten wir uns vielleicht fragen ob wir nicht auch im politischen angefangen haben einen Menschenbild anzunehmen, dass mit den Erfahrungen die Leute im Privaten machen gar nicht so viel zu tun hat.
00:30:12: Also ich hab das Gefühl, wenn ich hier im Deutschen Bundestags sitze dann denkt man kein Mensch ist bereit irgendwas für jemand anderen zu machen?
00:30:18: Jeder rechnet sich bei jeder Maßnahme nur aus wieviel Cent es ihm mehr bedeutet.
00:30:23: und sowas wie irgendwie Solidarität genau kannst du irgendwie komplett in die Tonne kloppen.
00:30:28: aber ich glaube warum da viele Menschen geantwortet haben meine Familie mein Dorf meine Gemeinde oder so ist ja, weil sie im Privaten weiterhin die Erfahrung machen.
00:30:37: Dass Menschen Verantwortungsfinale übernehmen, dass Menschen fürsorglich mit einer sind und sich liebe so kitschig wie das klingen mag.
00:30:44: Und ich frage mich immer, ob wir nicht ... wenn wir das mehr ins Politische übertragen könnten?
00:30:50: Nicht in einem Heidi-Tide, Wir haben uns alle lieb und Kumbaya malortso aber in einem anzunehmen, dass wir auf dieser Welt sind.
00:31:01: Wir wollen, dass es auch andere Menschen da gut geht.
00:31:03: Ob wir dann nicht viel mehr erreichen können?
00:31:05: Das ist mal so Kollektivismus genannt.
00:31:07: Da bin ich ja dagegen.
00:31:08: Aber vielleicht erklärst du's und versuchst mich zu überzogenen Sie sich mit dem Individualismus total wichtig.
00:31:14: Weil den Kollektifismus hatte ich schon in der DDR.
00:31:16: Hat das schrecklich!
00:31:17: Total, das versteh' ich auch.
00:31:19: Ich bin auch mit dem Begriff gar nicht glücklich, weil es natürlich historisch genau diese Anleihe hat von ... Dass das Kollektie steht über dem Einzelnen Ausdrücken können und soll sich bitte in Reion Glied irgendwie einordnen.
00:31:33: Ich glaube du kennst mich gut genug, ich bin nicht der Typ, aber der Bock hat es sich in Reien Glied einzuordnen!
00:31:39: Das heißt damit könnte auch wenig anfangen... Aber was schon mein Gefühl war ist dass ja der Liberalismus im Großen und Ganzen über die letzten Jahrzehnte hinweg eigentlich ziemlich erfolgreich war.
00:31:52: Also viele Projekte, die auch wir uns vorgenommen hatten an gesellschaftlicher Liberalisierung.
00:31:56: Unsere Gesellschaft ist bei allen Problemen, die wir gerade besprochen haben – sie ist gleichberechtigter geworden, sie ist freier geworden, Sie ist offener geworden was queere Menschen angeht.
00:32:05: und gleichzeitig war er aber auch sehr erfolgreich mit Blick auf eine Globalisierung der Weltmärkte, auf einen wirtschaftliche Liberalisierung Und ich habe das Gefühl dass das für viele Menschen eine Befreiung war Aber auch für viele, und bei manchen ist beides vorhanden.
00:32:22: Die Leute heißen sich nicht in zwei Gruppen einteilen, sondern viele von uns haben beides
00:32:25: in sich.
00:32:26: Gleichzeitig gibt es aber schon die, das sind oft die, die mehr Geld vielleicht auch mehr kulturellen Kapital hatten, die vielleicht eher Befreiung mitgenommen haben.
00:32:34: Und die, wo sich vieles davon als Entwurzelung, Orientierungslosigkeit anfühlt.
00:32:42: Mein Eindruck ist ... dass bisher diese Schmerzen, die eigentlich auch eine liberale Moderne in all ihren Fortschritte aber auch hervorgerufen hat.
00:32:52: Dass dies sehr stark von der rechten Seite angesprochen wird.
00:32:54: Du hast so ein pervertierter, nicht mehr Liberalismus sondern ein Libertäres würde ich sagen, so einen Elon Musk und du hast so einen ethnisch aufgeladen J.D.
00:33:02: Vance, der sagt wir klären das einfach alles indem wir nur noch auf die Weißen setzen und wieder ordentlich nach unten und vor allem auf Menschen die andere Ethnien haben treten.
00:33:12: Und ich frage mich, müssen nicht auch wir als Grüne, als Brokressive darauf eine Antwort finden?
00:33:20: Ich glaube, dass die schon wieder in einem anderen Verständnis von Wir-Menschen sind.
00:33:26: Auch bedingt durch andere Menschen.
00:33:27: Das heißt nicht, dass wir uns ihn unterorten müssen aber wir sind nicht unabhängig und losgelöst weder von der Natur noch vom anderen Menschen.
00:33:35: Eigentlich geht es mir darum, so eine Antwort auf diese Entfremdung zu finden.
00:33:41: Ja.
00:33:42: Und das ist ganz, ganz altmodisch und glaube da sind wir wahrscheinlich gar nicht so weit voneinander entfernt dass diese Frage A bin ich bereit mich auch in die Schuhe von jemand anderen zu stellen.
00:33:55: also kümmere ich mich um denen und bin ich auch bereit mal seine Perspektive einzunehmen.
00:33:59: Das Problem haben wir ja massiv.
00:34:01: Wir müssen uns auch selbst kritisch sagen als Partei.
00:34:05: Wir haben schon sehr dazu beigetragen, dass wir unsere Art zu Lebenpolitik machen für den Standard halten und ganz schwer annehmen können, dass die andere Personen, die andere Blase vielleicht in irgendwas auch recht haben könnte.
00:34:16: also das ist schon ein Teil unserer eigenen Vorfindlichkeit.
00:34:22: glaub schon, dass diese Frage wie wirksam kann man sein unabhängig von den Voraussetzungen die einem mitgegeben worden sind für die man nichts kann.
00:34:30: Das ist für meine Begriffe was total entscheidend ist.
00:34:32: also kann ich auch wenn ich nicht viel Geld habe und wenn meine Eltern keinen Doktortitel haben Kann ich auch erfolgreich sein, in dem wofür ich Talent habe?
00:34:41: Ja oder nein.
00:34:41: Da sind wir in Deutschland ganz besonders schlecht hat mit unserem Bildungssystem zu tun aber hat auch mit Zuschreibungen zu tun.
00:34:47: also wenn du nicht weißt irgendwie wie man Messer und Gabel in fünffacher Ausführung richtig hinlegt und dann damit umgeht Dann kannst du in bestimmten Kreisen schon mal einpacken.
00:34:56: vorher dann kannst du irgendwie noch ein bisschen Klassenklauen sein Und irgendwas ganz besonderes sein.
00:35:00: Aber wenn du normal talentiert bist Bist du schon einmal raus.
00:35:04: Unsere politischen Systeme sind nicht so dass man automatisch gefragt wird, was zu tun.
00:35:10: Und viele Leute haben schon dieses Ohnmachtsgefühl und haben das Gefühl von Verlust an Sicherheit, Verluste an Natur, Verliste an Optionen die man im Leben überhaupt ausleben kann.
00:35:22: Ich glaube dass viel an Politik wir sind besser geworden darin aber nicht gut.
00:35:28: noch mehr die jetztige Regierungspolitik dazu beiträgt dass sie so das Gefühl haben Wir können gar nichts machen und die sind nicht ehrlich zu uns.
00:35:36: Die sagen nicht ganz klar, wir werden auch mit anderen Verlusten noch klarkommen müssen und lassen es überlegen wie wir damit umgehen und wie's dabei gerechtzugeht.
00:35:46: Diese Frage können wir eigentlich mit diesem Weniger umgehen.
00:35:50: Nicht, weil ich als Grüne sage, dass irgendwie Glorifiziere ... Wir haben ein Leben das Wenige!
00:35:54: Wir werden weniger haben von allem Möglichen.
00:35:56: Aber wie können wir damit umgehen?
00:35:58: Können wir darin was Gutes finden?
00:36:00: Kann ja auch weniger anstrengend sein, weniger zu haben in mancherlei Hinsicht und können wir gucken, dass es dabei gerechtzugeht.
00:36:07: Und ich finde, das ist das Schwierigste.
00:36:08: Das ist nicht nur eine materielle Frage.
00:36:10: Auch extreme materielle Fragen.
00:36:12: Aber
00:36:13: auch eine ganz stange Frage.
00:36:14: Total.
00:36:15: Und auch eine Frage von kultureller Anerkennung, also ich glaube genau das was du vorher angesprochen hast.
00:36:19: wenn das Gefühl entsteht und ich finde auch da muss man sich jetzt progressiv an die eigene Nase fassen es war nicht immer nur ein Gefühl also ist nicht immer nun ganz böse Fremdzuschreibungen und Vorurteil dass jemand dabei noch heraplickt auf die Art wie Ich fühle wie ich meine wünsche Ausdrücke Wie ich rede Was ich als ein erstrebenswertes Lebenssee Also was ich irgendwie für mich Als Zielsetzung.
00:36:42: Das geht bisschen weil du vorher diese Wahl sagst.
00:36:45: selbst da hatte ich manchmal so ein unwohl sein, dass ich mir dachte.
00:36:47: Ich fand es ganz interessant eigentlich ein Tierschutz-Thema natürlich mit einem irrationalen Anteil.
00:36:52: Und auch Gefühle für den
00:36:53: Wahl.
00:36:54: Total und das dann aber ganz schnell
00:36:56: die Videos... Für dich war wahrscheinlich sogar eine Frau!
00:36:59: Es wird darüber diskutiert, ob es vielleicht ein Weibchen
00:37:01: war.
00:37:02: Aber das sozusagen ganz schnell war, dass sozusagen in laute rechten Kreisen dann Rettet Hope Videos geteilt wurden und sich in vielen progressiven Kreisen so darüber lustig gemacht worden sprengt den Wahl.
00:37:12: Und ich musste auch schmunzeln bei manchem irgendwie KI-Song der dazu gemacht wurde.
00:37:17: Und trotzdem habe ich mir gedacht, eigentlich auch irritieren, dass wir auf eine Emotion direkt mit so einem Misstrauen und einer Befremdung reagieren.
00:37:25: Ich glaube die Antwort, die viele haben wenn sie mit Befrenzungen nicht umgehen können ist dann entspötzische zu verfallen sich darüber lustig zu machen weil man sich in dem Moment natürlich darüber erhebt.
00:37:33: Das halte ich doch wirklich für ein tiefer liegendes Problem.
00:37:38: und das was du angesprochen hast diese Ehrlichkeit Wir leben in der Welt der Begrenzungen, genau wie du gesagt hast.
00:37:45: Und das ist keine ... Weil die Grünen es wollen?
00:37:48: Ich glaub von einem Postwachstumskurs sind wir schon sehr lange weg, sondern die planetaren Grenzen sind eine reale Grenze.
00:37:55: Wir werden wirtschaftlich nicht so schnell wieder zu einer Situation kommen, wo die Konkurrenz mit China und USA einfach wieder verschwindet, weil diese Bergenländer, selbst wenn ich mir den USA wünsche, dass es einen anderen Präsidenten geben wird, aber sie werden als wirtschaftliche Konkurrenten nicht verschwinden.
00:38:11: die Ehrlichkeit zu haben über Veränderungen zu sprechen.
00:38:16: Und dann ist, wie du gesagt hast, diese Gerechtigkeiten ganz zentraler Punkt.
00:38:19: also wenn wir über Lasten reden ich habe gerade manchmal das Gefühl dass so ganz abstrakt darüber gesprochen wird sind die Menschen eigentlich zum Zumutung bereit als wäre da so ein psychologischer Naturzustand wo es gar kein politischen Einfluss darauf gibt.
00:38:32: Ich glaube dass die Menschen das durchaus sind aber nicht und das sind zwei Probleme die ich gerade wirklich bei dieser jetzigen Regierung sehe es gar kein Ziel gibt, das definiert wird.
00:38:41: Also wenn das Ziel nur ist wir müssen um die Haushaltslöcher stopfen damit wir als Regierung zusammenbleiben oder jetzt müssen wir aber auch mal irgendwie den Gürtel enger steilen B, offensichtlich dabei nicht gerecht zurückgeht.
00:38:52: Und wenn es C dabei kein Respekt für die Menschen gibt eine Empathie und das wünsche ich auch im Bundestag vielleicht brauchen wir Mindestmaß als mindestens Empathien für die menschen die von allen diesen Reformen härter getroffen sein werden als jeder der hier gerade sitzt und die Hand hebt oder nicht hebt für diese Gesetze?
00:39:08: Wenn das wegfällt danzen die Leute natürlich nicht bereit.
00:39:10: wie will ich so irgendjemand überzeugen und ich glaube diese Ehrlichkeit und zu der ehrlichkeit gehört dann eben auch diese Das Verständnis und das Anerkennen von dem, wo es sind wir auch bedingt durch anderes.
00:39:22: Ich fand das interessant, weil deine Antwort darauf nächsten, liebe war ... Weil ich setze echt viel über das Thema Glaube.
00:39:28: Diese Woche wie du ja auch bei den Katholikentagen habt drum herum noch mal viel über dieses Thema Glabe, weil das schon was ist, was mich jetzt meine Jugend her sehr beschäftigt.
00:39:35: Mein Großmutter, mein Großvater genauer.
00:39:40: Und was sich daran schon interessant finde, ist auch wenn ich auf unseren Umgang mit der Natur schaue dass ich glaube, dieser Wunsch nach Kontrolle über den wir vorher gesprochen haben.
00:39:49: Der führt natürlich ganz schnell dazu ... Dass sich alles von mir abschütteln will, wo ich ein Gefühl
00:39:55: von
00:39:55: ... Kontrollverlust hab und das habe ich da, wo Ich merke, ich bin auf andere Menschen angewiesen als eine soziale Beziehung.
00:40:01: Ich erlebe das aus Social Media ganz arg, dass ganz schnell setzgrenzen in alle Richtungen.
00:40:06: Ja, gerade für viele junge Frauen ist es gut zu lernen nicht jeden Shit mit sich machen zu lassen.
00:40:10: Aber soziale Beziehungen leben schon auch davon, dass ich was für einen anderen mache.
00:40:13: Dass ich nicht nur auf meine Albi bedürfne so schaue... Genau!
00:40:16: Total!
00:40:16: Das ist
00:40:16: ein elementares Fall von Beziehung, dass man irgendwie guckt, was hat der zu bieten?
00:40:20: Und das ich auch mal für den anderen da bin, wenn ich keinen Bock drauf habe, sondern weil es irgendwie dazugehört und aber ja auch bei der Natur.
00:40:26: Ich glaube wir haben uns ja manchmal fragen, warum wollen sich Leute gefühlt weniger mit der Klimakrise beschäftigen, gesichtbarer sie wird?
00:40:33: Und ich glaube, es liegt genau daran.
00:40:34: Man möchte nicht konfrontiert werden mit der eigenen auch Abhängigkeiten.
00:40:37: Wenn wir das
00:40:38: schaffen würden ... Eine
00:40:40: Anerkennung davon.
00:40:42: Wir sind als Menschen keine singulären Inseln, die durch die Welt schwimmen.
00:40:46: Sondern wir sind bedingt ... Durch die Natur und durch soziale Beziehungen, durcheinander.
00:40:52: Wir werden Änderungen erleben können, aber die können wir gestalten.
00:40:57: Das könnte vielleicht eine Antwort auf diese Ohnmacht sein?
00:40:59: Und wir können auch nicht alles zurückholen, aber manches schon.
00:41:02: In Thüringen ist gerade das Rehpun wieder zurückgekommen und ich war total beglückt darüber, weil ich es ein sehr elegantes Tier finde.
00:41:09: Es war vom Ausstärken betroffen, jetzt gibt's das wieder.
00:41:13: Wiesenanbau, also irgendwie nur um ordentlichen Lebensraum.
00:41:17: Und bei vielen Arten geht das ja nicht und da haben wir auch den Verlust zu beklagen.
00:41:22: Ich sitze manchmal so im Garten und denke ich bin ja so in ein Dorf gehend und denke so wie traurig was es alles nicht mehr gibt und was sich irgendwie an meiner Kindheit noch hat und jetzt nicht mehr.
00:41:31: und dann merke aber dass ich mich fast ertabe bei dem Gedanken aber wie krass was ist alles gibt?
00:41:35: Wie schön das hier ist!
00:41:36: Und irgendwie so... ich lebe ja total gerne auf dem Land.
00:41:41: meine vorletzte Frage, weil wir schon total an dem Budget sind was uns hier vorgegeben ist.
00:41:47: Meine vorletzte Frage ist wo triffst du eigentlich Leute die völlig jenseits von denen sind was dein Milieu ist?
00:41:55: Was dieses Politik Berlin-Bubble usw.
00:41:59: Wenn
00:42:00: ich bei meiner
00:42:02: Mama bin,
00:42:03: die hier wohnt mittlerweile nicht mehr in dem Ort wo ich aufgewachsen bin sondern jetzt in einem Dorf mit unter hundert Einwohnern.
00:42:11: Dann schon auch im Wahlkreis würde ich sagen da muss man sich auch manchmal organisieren weil natürlich das wirst du auch kennen zu den Bürgersprechstunden kommen doch oft die Leute die dann entweder ganz ganz toll oder ganz ganz furchtbar finden.
00:42:21: und ich würde es sagen dazwischen ist eine ganz große Breitmehl die noch gar nicht viel über nachgedacht hat aber irgendwie politische Anliegen hat.
00:42:29: Ich finde ja immer, wir sagen immer über Social Media.
00:42:31: Das wäre nur Blasenbildung und es gibt die Tendenz zu blasenbilden.
00:42:35: Es gibt die Tech-Oligarchien, die Algorithmen ... Wir könnten da beide L-nange-aum-Vorträger überhalten.
00:42:42: Aber
00:42:42: ich hab jetzt zum Beispiel gestern noch mal irgendwie einfach mal in den Raum reingefragt.
00:42:47: Ey, junge Familien.
00:42:48: Weil mich das Thema gerade zu umseiten war ich auch am Morgen eine Rede zum Thema Arbeitszeit halten werde und ich finde es wichtig immer auch ein bisschen die Lebensrealität sichtbarer zu machen.
00:42:56: im Parlament Und da schreiben mir auch viele Leute sagen, lang ich halt gar nichts von ihnen aber ich will dass sie das irgendwie auf den Schirm haben oder so was Es heißt.
00:43:03: auch da gibt es die Möglichkeiten.
00:43:05: wir können aus eigenen Blasen ausbrechen Aber muss sich die Arbeit dazu machen?
00:43:08: Das passiert nicht automatisch.
00:43:09: Das ist Arbeit genau.
00:43:10: also Wir sind auch beide noch bei X ja auch weil wir uns ein bisschen aussetzen wollen nochmal checken wollen wie die anderen so drauf sind.
00:43:16: Das ist auch
00:43:17: persönlich nach wie vor wichtig.
00:43:19: Bei mir ist es einfach so ähnlich wie du bei deiner Mama, wenn bei mir ist das halt der Nachbarner, der tickt so völlig anders als ich und findet die Grünen ganz blöd.
00:43:27: und ich sage immer, du bist aber der Grünste von uns beiden weil er holt die Sachen aus seinem Garten und hat viel weniger Klamotten als ich.
00:43:35: Und da zwar ein fettes Auto Aber ist viel weniger unterwegs.
00:43:39: Also auch so dieser wir nennen das ja ökologische Huseabdruck Der ist bei dem so viel kleiner als bei mir.
00:43:48: Eigentlich muss die Frage fast gar nicht stellen, aber sie gehört zu diesem Podcast.
00:43:51: Was macht ihr Hoffnung?
00:43:52: Weil wir so viel über Hoffnung schon geredet haben!
00:43:54: Aber was macht dir
00:43:56: Hoffnung?!
00:43:58: Es gibt tatsächlich ganz viele Dinge.
00:43:59: Und ich könnte jetzt die großen politischen Geschichten erzählen von der Europäischen Union über das Gewalthilfegesetz, viel mehr Frauenschutz, was wir letztes Jahr noch zu uns übergreifen als keine Regierung mehr gab durchbekommen haben.
00:44:12: Aber weil wir so stark mit diesem Familiental angefangen haben ... Tatsächlich ... Die Kinder, die ich gerade in meinem Freundesgrad in meiner Familie hab... Ich habe das vorher genannt.
00:44:22: Meine beste Freundin ist grad zum zweiten Mal Mutter geworden.
00:44:24: Meine beiden Cousinen haben in den letzten zwei Jahren Kinder bekommen, wissen ganz eng mit uns in der Familie.
00:44:29: Ganz viele andere Freundinnen und jedes dieser Kinder ... Es gibt den Spruch von Hannah Arendt.
00:44:36: Jedes Kind ist eine Art von Neuanfang.
00:44:38: Also jedes Kind ist das Beweis, dass wir neu anfangen können in dieser Welt.
00:44:43: Und jedes dieses Kinder, wenn ich dir mir die Augen schaue, ist schon immer wieder ein kleines Wunder.
00:44:47: Wo man sich denkt, ne Welt auf der solche Wunder möglich sind?
00:44:51: Das ist doch eine für diese Lohn zu kämpfen.
00:44:53: Total gut, total krass.
00:44:55: Ich hab hier so einen Glas.
00:44:56: da sind zehn Zettel drin mit Fragen zur Einheit.
00:44:59: Wir haben ein bisschen über Ost und West ja auch geredet und diese Erwartungen genau.
00:45:02: Du ziehst zwei?
00:45:03: Zwei
00:45:04: alles klar!
00:45:04: Und beantwortest die bitte?
00:45:06: Genau
00:45:07: das mach ich sehr gerne.
00:45:14: Das ist ein Zettl wo was drauf steht.
00:45:15: ne
00:45:16: Was nervt dich an der Debatte um Ost- und West am meisten?
00:45:21: dass sie oft sehr paternalistisch geführt wird.
00:45:25: Also ich finde, es gibt immer so zwei Extreme ... Das eine ist, was haben die denn alle im Osten?
00:45:33: Das sind halt alles Nazis.
00:45:34: Weil gibt doch keine Gründe dafür, irgendwie AfD zu wählen.
00:45:37: und ja ... Ich finde auch, wenig Geld ist kein Grund, AfD zu wählen.
00:45:39: aber das ist mir zu einfach zu sagen, die sind halt alle so!
00:45:42: Und dann auf der anderen Seite, das sind alles Opfer ihrer Zeit weil es halt so schlimm war und ihnen alles weggenommen wurden.
00:45:50: deshalb können sie eigentlich gar nicht anders.
00:45:52: Und ich finde beides nimmt Menschen eigentlich nicht in ihre Individualität, in ihrem Sein ernst.
00:46:06: Welches Vorteil über West- oder Ostdeutschland fällt dir als erstes ein?
00:46:17: Na, ich glaube der besser wiserische Besied.
00:46:19: Das ist schon das erste was mir über Westfalen einfällt.
00:46:23: Wie ganz so bescheuert ist nicht!
00:46:25: Ich habe auch noch mal die Erfahrungen gemacht mit Stefan Maurer aus Rostock im Soziologen gemeinsames Buch gemacht und ich fand es total interessant.
00:46:32: Die erste Frage war wann habt ihr euch als Ostdeutscher verstanden?
00:46:36: Er hat gesagt... Es gab keinen Moment, wo das keine Rolle in seiner Identität und Selbstwahrnehmung gespielt hat.
00:46:42: Steffen ist der Letzte als identitär behandelt, aber es war immer ein Thema.
00:46:46: Das war für mich schon noch mal so einen aha-Moment, wo ich gedacht hab ... lange Zeit ... auch als ich in der Schule über die wieder verengelernt habe.
00:46:52: Ich hatte einen normalen Geschichtsunterricht, ich kannte, wusste mal an die Mauer gefallen ist und was da passiert ist.
00:46:57: aber das war für mich total historisch und das hatte für mich gar nichts mit meiner Lebensrealität zu tun.
00:47:02: also ich hab mich nicht als westdeutscher verstanden sondern ich glaube ich habe das gemacht was schon viele westdeutche machen meine Realität als die Normalität gesehen dass es die Norm und dann gibt's das was davon abweicht.
00:47:11: deshalb ist vielleicht das vorurteil gar nicht so bescheuert.
00:47:13: noch ein ganz kleines bisschen was dran
00:47:15: Weil du dein Buch erwähnst, wir haben ja beide fast zur gleichen Zeit.
00:47:18: Ja
00:47:18: genau,
00:47:18: stimmt!
00:47:19: Ganz witzig und wir sind beide Booklover.
00:47:21: Hast du noch einen Tipp?
00:47:23: So ein Buchtipp?
00:47:24: Ja tatsächlich von Ocean Wong.
00:47:27: das ist nicht das was ich grad lese aber das ist Ocean Wong.
00:47:31: im Himmel sind wir kurz grandios.
00:47:33: Ich hoffe dass ich es jetzt richtig ersetzt habe wo er über seinen Aufwachsen in den USA in einer Einwanderefamilie sehr, sehr arm Unklarbliche, emotionale Intensität und Schönheit.
00:47:46: Und ein bisschen ähnlich wie Edo'aloui.
00:47:48: Dass es jemand schafft eine gesellschaftliche Analyse auch aus einer Perspektive von Menschen die sehr wenig gehört werden?
00:47:54: Ja.
00:47:55: Und auch dieses Thema Armut ohne Glorifizierung von wegen... Das sind bessere Menschen aber mit irren... Partie und emotional Nähe zu beschreiben.
00:48:04: Und du?
00:48:04: Ich lese gerade total viele Frauenbüches, es ist irgendwie so passiert... Ja!
00:48:08: ...und im Moment lese ich gerade Jester hier.
00:48:11: Das ist ein Buch, wo's um die Tretwave-Bewegung geht.
00:48:15: Ah,
00:48:15: spannend!
00:48:16: Genau.
00:48:16: Es wird so von allen Seiten beleuchtet und das ist echt wie ein Krimi.
00:48:20: Also es gibt ja eine Person, die als eigentlich in ne Farm aufmachen wollte, Trettwave an, dann wurde und damit Geld verdient hat weil der Mann zu blöd war, irgendwie Geld zu verdienen.
00:48:29: Und genau, und es ist auf sehr vielen Ebenen.
00:48:32: Ich bin ein bisschen süchtig geworden danach.
00:48:34: Das ist so
00:48:35: ein Nachtbuch.
00:48:37: Manchmal Bücher, die ich einfach in der Nacht lese ... In unserem Job hat man nicht so wahnsinnig viel
00:48:41: Zeit.
00:48:42: Sie
00:48:42: können ja im Zug das noch lesen.
00:48:43: Im
00:48:44: Zug muss ich arbeiten!
00:48:49: Ich lehse auch meistens
00:48:50: da aber...
00:48:51: Früher, als Kind ein Jugendlicher hat man ja hunderte von Zeiten immer vom Anschlag noch gelesen.
00:48:56: Heute bin ich froh, wenn ich zwanzig hinbekomme!
00:48:58: Und
00:48:58: weil du auch eine kürzere Schlachtenzeit hast?
00:49:00: Das stimmt.
00:49:01: Vielen
00:49:01: Dank, Kiberikada, das hat total viel Spaß gemacht und ich glaube wir haben beide fast in doppelten Zeit gesprochen.
00:49:07: Aber nicht mehr so schnell, wie ihr es mir kennengelernt habt.
00:49:09: Auf gar keinen Fall.
00:49:11: Tschüss und alles Gute!
00:49:12: Ciao.
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