Was steht in Sachsen-Anhalt auf dem Spiel? Mit Annegret Laabs
Shownotes
In dieser Folge von „Geteilt vereint“ spreche ich mit Annegret Laabs, Direktorin des Kunstmuseums Magdeburg und Mitinitiatorin der Initiative „Kultur ist Vielfalt und Heimat“.
Wir sprechen darüber, warum sich Kulturschaffende in Sachsen-Anhalt gemeinsam gegen die kulturpolitischen Pläne der AfD stellen und was auf dem Spiel steht, wenn Kunst und Kultur unter politischen Druck geraten. Dabei geht es um die Frage: Wie politisch ist Kultur eigentlich? Oder vielleicht eher: Gibt es überhaupt unpolitische Kunst? Außerdem erfahrt ihr, was es mit der Formulierung “sich zu „rhinocerosieren“ auf sich hat.
Mehr zu Annegret Laabs
Mehr zu Katrin:
- … auf Instagram
- Katrins Buch "Deutschland, lass uns reden"
Transkript anzeigen
00:00:03: Das ist der Podcast geteilt vereint und ich habe heute einen sehr besonderen Gast.
00:00:07: Nämlich, ähm... Ich hab eigentlich Labs zu Gast mit einem Doppel A ganz wichtig aus Magdeburg und sie leitet dort das Kunstmuseum.
00:00:16: Sie ist eine der Frauen von denen immer seit die es aus Osterschein weggegangen und dann wieder gekommen.
00:00:23: Äh, sie ist in Eisleben, Lutherstadt-Eisleben.
00:00:28: alle Eislebender sagen Lutherstadt Eisleben geboren und war dann auf verschiedenen Stationen, hat studiert im Westen der Republik.
00:00:36: Und hat dort gearbeitet und ist dann nach Dresden gegangen um dann nach Magdeburg zu kommen.
00:00:43: Und jetzt meine erste Frage, war das so einigermaßen richtig erzählt?
00:00:48: Das war total richtig!
00:00:49: War auch noch total richtig, das ist gut.
00:00:51: Aber die Frage, die sich mir stellt es gab ja viele Optionen auch im Weste in der Republique zu arbeiten mit dem was sie studiert haben.
00:01:00: wieso dann Dresen?
00:01:02: Naja, das ist eine Zeit gewesen, in der die Stellen für Kunsthistoriker nicht besonders breit gestreut
00:01:08: waren.
00:01:08: Und ich habe mich auch tatsächlich auf zwei Volontariate im Osten beworben – Görlitz und Dresden hatte dann beide zur Auswahl.
00:01:15: Görliz kam damals gar nicht infrage.
00:01:18: Weil man in Frankfurt am Main gewohnt hat nach Görlids gehen.
00:01:21: Das war so.
00:01:21: die allerletzte Vorstellung muss man ganz einfach sagen!
00:01:25: Und Dresden?
00:01:26: Na ja, das war dann eigentlich eher mein Mann.
00:01:27: Der gesagt hat.
00:01:28: ich bin aus Frankfurt am Main Ich möchte jetzt mal im Osten der Republik leben.
00:01:32: Das klingt doch spannend.
00:01:33: und dann ist es Dresen geworden
00:01:35: Dann ist es dresen worden und er ist halt so mitgekommen.
00:01:38: Er ist so mitgekommen und fand das gut.
00:01:40: Und es ist dann im Endeffekt tatsächlich bis vor kurzem so gewesen, wir sind als deutsch-deutsches Paar werden wir schon wahrgenommen aber natürlich immer so.
00:01:50: ach naja sie kommt aus dem Westen Sie is ja die Direkturin des Kunstmuseums er ist der Mann, der die Kinder hütet und so, der ist bestimmt der Ossi.
00:01:59: Ja?
00:01:59: Aber war's gar nicht?
00:02:00: Nein, es ist andersrum.
00:02:01: also wir haben auch ein bisschen damit gespielt dass es so rum war.
00:02:05: Es war hier auch einen Rollentausch Aha,
00:02:08: was ja im Ost-Wi-West eigentlich nicht so angesagt war.
00:02:11: Genau.
00:02:11: Alle haben das jetzt auch nicht so viel besser gemacht?
00:02:13: Nein also die haben es auch nicht besser gemacht.
00:02:16: Es war sehr besonders in unserem gesamten Umfeld dass er immer mit den zwei Kindern loszug und aber das ist auch mal ganz selbstverständlich gemacht hat weil wir hatten von Anfang an gesagt naja derjenige der zuerst den Job hat der muss halt fürs Einkommen sorgen und das war dann halt so rum.
00:02:33: Das war ganz klar.
00:02:34: Ihr gehört zu den fünf Prozent Ost-West-Pan.
00:02:37: Es gibt wirklich nur fünf Prozent, also ich glaube es ist ein bisschen angestiegen aber nicht signifikant und meistens sind das Ostfrauen und Westmänner.
00:02:45: Ich habe das für einen Buch recherchiert und deswegen herzlichen Glückwunsch zu dieser Besonderheit!
00:02:51: Ich gehöre nämlich auch dazu und deswegen hat mich das interessiert wie viele das ist.
00:02:55: Habt ihr so Identitätsthemen zu Hause mit Ost und West?
00:02:59: Wir haben ausschließlich Identitätsthemen
00:03:01: vor allen Dingen,
00:03:02: seitdem unsere Kinder erwachsen sind.
00:03:04: Also zwischendurch war das weg?
00:03:06: Also zwischendurch gab es das nicht.
00:03:08: Dann hat man viele andere Themen und wenn man in der Kunst unterwegs ist sowieso... Und mein Mann ist in der Musik unterwegs dann sowieso auch.
00:03:15: Und dann kommen plötzlich die Kinder, die erwachsen werden und wir haben einen Sohn, der ist im Westen geboren und eine Tochter, die ist im Osten geboren.
00:03:23: Ja!
00:03:23: Und schon wird das zum Thema in der Familie.
00:03:26: Was ist das Thema?
00:03:27: Das Thema ist, dass ich merke die sind sieben Jahre auseinander.
00:03:30: Dass die Jüngeren anders aufwachsen mit einem Ost-Identitätsbewusstsein und die Älteren das nicht haben und das auch so beschreiben.
00:03:38: Also die Eltern sagen es spielt für uns keine Rolle, es hat nie eine Rolle gespielt oder war nicht vordergrundig und die jüngere Tochter das dann doch schon sehr spiegelt auch.
00:03:48: Dass man sich auch ganz bewusst als Ostdeutsch bezeichnet und sich engagiert.
00:03:53: Es ist schon sehr erstaunlich, wie es sich so über die Jahrzehnte entwickelt hat.
00:03:57: Und ich glaube da hat sich viel entwickelt und das viel passiert ne?
00:04:02: Ich glaub auch also das tatsächlich ja so dass die... Also mein Sohn einer meiner Söhne hat in Köln studiert und dann wurde immer gefragt kommst bist du links reinisch oder rechts reinisch?
00:04:12: und dann wurden gefragt bist du aus NRW?
00:04:15: und am Schluss war er alleine also auf der einen Seite und dann bekommst du denn so her und sie sieht ja aus Thüringen.
00:04:22: Und dann wurde er anguckt, als ob er von einem fernen Planeten käme.
00:04:27: Dann ging es los und er hat sich da zum ersten Mal das Ossi-Gefühl zu richtig.
00:04:33: Obwohl wir zu Hause bestimmt viel darüber gesprochen haben.
00:04:35: aber... Ja, interessant.
00:04:37: Aber ihre jüngere Tochter ist eher so ich bin Ossi und das hat auch einen Selbstbewusstsein zu tun.
00:04:43: Genau!
00:04:44: Das hat viel mit Selbstbewussten zu tun und sie ist jetzt ein Jahr in Frankreich gewesen und was ihr dort passiert ist es natürlich noch mal ganz wichtig gewesen.
00:04:51: Sie fängt an sich unterhalten mit anderen aus Heidelberg aus München und kriegt dann zu hören wo kommst du her?
00:04:57: Aus dem Osten?
00:04:58: Und dann sprichest du so perfekt französisch das geht doch gar nicht.
00:05:03: Also es ist immer wieder dieses Zurücksetzen, was natürlich passiert.
00:05:07: Was wir ja auch kennen oder was ich ganz extrem kenne und wo ich merke... Ich hatte die Vorstellung dass das abnimmt und jetzt nimmt's plötzlich
00:05:14: wieder zu.
00:05:15: Ja jetzt ist da wieder dieses Dunkeldeutschland!
00:05:18: Und natürlich in derzeitigen politischen Situation sowieso.
00:05:21: Das dunkelste Dunkel-Deutschlands.
00:05:23: Was?
00:05:23: Da kommst du her.
00:05:24: Ach Du tust mir ja so leid.
00:05:25: Ach du wohnst in Magdeburg.
00:05:27: Ach wie schrecklich.
00:05:28: Das tut mir aber leid.
00:05:30: Hallo, warum denn?
00:05:32: Wir reden
00:05:32: kurz über Magdeburg.
00:05:33: Warum ist Magdebock schön?
00:05:34: Also es liegt an einem zauberhaften Fluss.
00:05:36: Es hat einen wunderbaren Dom
00:05:38: Es hat eine unglaublich tolle Entwicklung in den letzten dreißig Jahren gemacht.
00:05:44: Also ich habe das immer so ein bisschen beschrieben, wenn irgendwas ganz unten ist, dann ist es natürlich viel einfacher nach oben zu
00:05:49: spülen.
00:05:51: und ich merke gerade im Kulturbereich oder in der Stadtplanung im Bauen ist natürlich diese so geschundene Stadt die ja mehrmals zerstört ist und die auch zu DDR-Zeiten wirklich architektonisch ganz kaputtgemacht wurde über viele Jahre.
00:06:05: und dann kommt diese neue Zeit, in der so viel möglich ist.
00:06:08: Sie haben gerade gesagt, der Fluss in die Elbe.
00:06:11: Allein das was dort an Erholungswert geschaffen wurde in den letzten zwanzig Jahren – das ist großartig!
00:06:17: Als wir nach Magdeburg kamen, war da noch ein großer Kohleplatz
00:06:22: und plötzlich
00:06:22: ist da ein Skaterparadies und sind dort gastronomische Einrichtungen entstanden.
00:06:29: man kann da sitzen, man hat Aufenthaltsqualität Es entstanden.
00:06:34: Und alles hat man ja irgendwie auch miterlebt und mit geprägt, und dadurch wird es dann doch schon zu einer Heimat, also so was, woran man hängt und wo ich auch bei unserer jüngeren Tochter merke, wo sie dranhängt.
00:06:47: Bei unserem Sohn weniger der ist halt ein ganzes Stück älter, das ist anders.
00:06:51: Ich habe mich in den neunzigern mal geweigert nach Magdeburg zu ziehen und hab gesagt nie also wirklich dahin nicht... Erfurt, ja.
00:07:00: Aber Marktwirk ist natürlich
00:07:02: auch schön ...
00:07:03: Es war nicht so stört gewesen.
00:07:06: Dann war ich öfter dort, weil diese Nude der EKD immer mal Tag war.
00:07:10: Da gibt es eine Maritime, wo man ... gerne joggen, Magdeburg an der Elbe joggen ist wirklich eine der allerschönsten Joggingstrecken die man sich vorstellen kann und habe halt dann immer gesehen in den Abständen, in denen ich da war.
00:07:22: Es wird immer schöner und es wird immer heimeliger und das wird immer interessanter.
00:07:26: auch also so als Besucherin kann man das schon sehr bestätigen weil ganz viel aus dieser Stadt entstanden ist und kann man es erzählen oder sagen Leute es ist jetzt so ne kleine Ausrede Nein, es ist nicht.
00:07:39: Also wir sind natürlich auch prädestiniert dafür fremde Meinungen zu hören weil wir im Kunstmuseum arbeiten und wir haben natürlich Besucherbefragung und Besucher die auch erzählen wenn sie ins Museum kommen und die erzählen das alle.
00:07:52: also das ist tatsächlich so.
00:07:54: ich bin ja schon mal gewesen das war ja ganz schrecklich.
00:07:57: oder wie schön ist die Stadt geworden?
00:07:59: Oder wie schön isst die Stadt von Menschen die noch nie da waren.
00:08:02: dass passiert jetzt natürlich viel
00:08:03: häufiger.
00:08:04: Ich würde sagen das Stadtzentrum ist immer noch immer nicht in Ordnung aber Es gibt viele Bereiche, wo es wirklich lebenswert ist in dieser Stadt zu sein.
00:08:12: Das ist was anderes.
00:08:13: und weil Sie gerade erzählen dieses Nicht-in-Markteburg-Seien-Wollen als ich die Stelle in Magdeburg gekriegt habe – im Jahr two-thausend-eins hab' ich das meiner Mutter erzählt, ganz hinter vorgehaltener Hand war ich's nicht getraut hat meinem Vater zu sagen.
00:08:27: Mein Vater hat nämlich irgendwann mal gesagt naher könnt ja überall hingehen, ganz Europa solange dich nach Magdeburger geht!
00:08:33: Das war der Blick des Halensas
00:08:36: auf
00:08:36: die Stadt Magneburg.
00:08:38: Klar, das ist ja auch noch immer so ein bisschen
00:08:41: ... Die Konkurrenz ist klar, die ist
00:08:44: da.
00:08:45: Das
00:08:45: wird doch immer so bleiben.
00:08:46: aber die ist natürlich auch historisch bedingt.
00:08:48: Ja
00:08:48: und es gibt überall
00:08:49: auf dem Internet.
00:08:54: Das Museum Das ist ja wirklich ein zentraler Ort in Magdeburg.
00:08:58: Das trägt auch sehr viel, also da weiß man das ist ein Ort an dem geht man, an dem hängt man und das hat die Stadt auch glaube ich sehr geprägt in den letzten Jahren.
00:09:10: Naja es hatte eine sehr große Entwicklung.
00:09:14: dieses Haus, was natürlich besonders ist.
00:09:16: Weil es durch den historischen Hintergrund in Verbindung mit der zeitgenössischen Kunst ein ganz einzigartiges Konzept hat und das merken die Menschen.
00:09:25: Das war am Anfang auch nicht immer so.
00:09:27: Ja also ich kann mich auch erinnern als wir die ersten so richtig zeitgenötzlichen harten Ausstellungen gemacht haben.
00:09:34: kommt das denn jetzt zustande?
00:09:35: Aber inzwischen hat sich das sehr etabliert in der Stadt und die Menschen wissen, was sie zu erwarten haben.
00:09:41: Und nehmen es auch gerne an.
00:09:44: Würde man jetzt sagen können, dass ist so ein Ort den man mit dem Wort Welt offen verbindet oder ist es schon wieder übertrieben?
00:09:52: Nein, ich würde das schon sagen weil wir natürlich dadurch dass wir vor allen Dingen internationale Kunst ausstellen immer diesen weltoffenen Anspruch haben.
00:09:59: Also dadurch kann man ja immer auch etwas aus der Welt bei uns erfahren.
00:10:03: und am Anfang hatte ich das Problem, dass gerade die einheimischen Künstler gesagt haben wir sind doch noch da wir wollen ausstellen Und inzwischen, wenn man die einheimischen Künstler fragt, sagen die das Museum ist uns sehr wichtig.
00:10:15: Weil da kommt die Welt auch ein Stück zu uns und wir können uns an dem abarbeiten was die Kunst der Welt ist.
00:10:22: Das ist denke ich richtig!
00:10:23: Ich meine sie sind ein Landeshauptstadt ne?
00:10:25: Klar, ich verstehe das auch.
00:10:27: Weil die ostdeutschen Künstlerinnen und Künstlern haben natürlich wirklich auch nachhole Bedarf.
00:10:32: Wir sehen es im Deutschen Bundestag.
00:10:34: also bevor wir hier ostdeutche Kunst ausgestellt oder angekauft haben, wir haben ja irgendwie immer ein Budget zum Ankauf.
00:10:40: Das hat ein bisschen gedauert und dann musste man uns immer sagen vielleicht könnten wir doch noch mal eine Person.
00:10:46: und dann war irgendwie Stück für Stück.
00:10:50: und dann waren wir Mark Jung als junger ostdeutoscher Künstlerin Dann war der da und dann konnten wir aber auch ein bisschen was von Gabi Stotze verkaufen.
00:10:57: Und dann merkt man so Gabriele Stotzer, die jetzt als erste austauschige Künstlerin eine Eiselausstellung im Gropiusbau hat.
00:11:06: Wo man denkt das hat wirklich lange gedauert.
00:11:08: also
00:11:08: ich habe vergessen ihnen den Katalog mitzubringen.
00:11:11: Von Markteburg?
00:11:13: Ja, das wollte ich eigentlich einpacken!
00:11:15: Aber
00:11:15: warum wollten Sie mitbringen?
00:11:17: Weil Gabi Stötzer in Berlin ausgestellt und ich gedacht habe, dass muss sie unbedingt interessieren als Erdbeutelin oder wenn jemand ja aus Thüringen kommt.
00:11:25: Total!
00:11:26: Aber ich schliege den noch
00:11:27: sehr gerne.
00:11:32: mit all dem, ne?
00:11:33: Mit Markteburg wird angeguckt.
00:11:36: Sachsen-Anhalt wird angekuckt wie das ist der große Problem der Deutschlands.
00:11:39: gerade alle reden darüber und mich nervt es selbst auch weil ich werde auch so angegückt wie du bist du Arme Du bist ja aus dem Osten.
00:11:49: Und die erste Frage ist immer warum wählen da so viele AfD?
00:11:51: und Ich sage dann immer also ich ja nicht.
00:11:54: Zum Beispiel, also bei mir ist das evident.
00:11:56: Ich bin ja in einer anderen Partei.
00:11:57: von daher wird man jetzt nicht ansehen, dass es so ist.
00:12:00: und ich sage nämlich, ich kenne auch ganz viele Leute die das nicht tun und ich kende auch ein paar Leute, die wählen AfD.
00:12:05: aber vielleicht können wir auch über die Anderen reden und vielleicht müssen wir nicht jetzt die ganze Zeit darüber sprechen warum vielleicht Menschen das tun?
00:12:14: In Sachsen-Anhalt ist es so, dass sich viele Leute in der Kunst-, in der Kultur-, Was könnte passieren wenn?
00:12:23: Und das ist auch ja legitim.
00:12:26: Sie haben mit anderen gemeinsam ein sehr klare Statement abgegeben dazu.
00:12:31: und wie kam es dazu, was gab's einen Anlass oder was war der Moment, dass sie gesagt haben, wisst ihr was ... Wir sagen das jetzt auch mal öffentlich und gemeinsam.
00:12:40: Das ist ja was Besonderes.
00:12:42: Es war natürlich klar, dass Wahlprogramm der AfD in dem ganz klar Stellung bezogen wurde und ganz klar gesagt wurde, was die Kultur zu erwarten hat im Land Deutschdenken und nicht mehr international.
00:12:52: Und das, was ihr da jetzt macht, das wollen wir gar nicht mehr.
00:12:55: Und dann haben wir gesagt, wir müssen vor allen Dingen auch gegenüber unserem Publikum, gegenüber unserem einheimischen Publikums gegen unseren fremden Publikumpen ganz klar sagen, Und wir haben zuallererst über das Wahlprogramm der AfD als es direkt rausgekommen ist.
00:13:13: Eine Pressemitteilung gemacht, wo sich viele, viele angeschlossen haben und dann war aber relativ schnell klar Wir wollen eigentlich zeigen dass es die ganze Kultur betrifft und deshalb auch dieses Statement also ein positiv verpasstes Statement was jetzt nicht sagt wir sind gegen sondern was einfach sagt wir Wir sind das, dass wir sind Vielfalt.
00:13:34: Wir sind demokratisch.
00:13:35: Wir stehen für Kunstfreiheit ein und wir versuchen mal ob wir es schaffen die Kultur dahinter zu vereinen.
00:13:42: Und ganz ehrlich also ich habe nicht geglaubt dass wir die ganze Kultur erwischen aber haben die ganze Kultur des Landes erwischt.
00:13:48: Das ist jetzt das Kultursstatement der Kultur im Land Sachsen-Anhalt und da sind wirklich alle dabei und das ist unglaublich, dass das gelungen ist.
00:13:57: Das sensationell muss man einfach sagen weil das bedeutet ja auch dass sich Menschen mit ihrem Gesicht dahingestellt haben und gesagt haben, wir stehen dazu.
00:14:06: Und man weiß, dass sich Leute auch Sorgen machen wie es sein könnte später und ob das für ihr auch kleine Projekte dabei ist.
00:14:13: Die sind ja nicht nur große Institutionen, sie sind ja kleine Projekte dabei die auch an Landesgeldern hängen, auch an Landesgeldern Hängen und wo man sagen kann sich dahingesteht zu haben bedeutet auch was ich habe mit einigen geredet die gesagt haben naja Ganz ehrlich, wenn das so kommen sollte wie im Wahlprogramm, dann will ich das auch nicht mehr machen.
00:14:31: Dann bin ich vielleicht hier weg oder dann bin ich eh im Widerstand und muss es halt versuchen.
00:14:38: Und andere haben gesagt ja, es hat auch ein bisschen Mut gebraucht.
00:14:41: War das schwer alle zusammenzukriegen?
00:14:43: Oder war das denn so einen Moment wo ihr gesagt habt ... Wir
00:14:46: haben natürlich sehr viel geredet und wir haben mit den großen Einrichtungen angefangen, um den kleinen Mut zu geben.
00:14:52: Und es gab natürlich Situationen wo ich gemerkt habe da ist sehr viel Unsicherheit in den kleineren Orten wenn man so ein Hals leben, Aschersleben, Salzwedel diese ganzen.
00:15:03: und dann hab' ich gemerkt aber genau für die ist das ganz wichtig.
00:15:06: Wir sind ja die großen Theater- und die großen Museen im Land.
00:15:10: Die sind ja immer unter einer Decke so nach dem Motto Aber die anderen mitzunehmen.
00:15:15: noch mal dieses Statement und deshalb auch der Aufruf an alle.
00:15:18: Und was ich besonders schön finde, ist dass die ganzen Verbände unterzeichnet haben – ja, der Verband der Schriftsteller, dann der Verbanter bildenden Künstler des Landes Sachsen-Anhaltes, der Landesheimatbund also ganz wichtig mit all diesen kleinen Initiatoren, die da mitarbeiten oder auch dem Museumsverband.
00:15:39: Das war für uns ein wichtiger Prozess und das war ein Prozess, der halt ein bisschen länger ging.
00:15:43: Wir könnten auch sagen, ihr könnt erst mal in Ruhe darüber nachdenken ob euch das alles passt.
00:15:48: Ob ihr das wollt und dann könnt ihr das tun.
00:15:50: und wir haben im Kunstmuseum in Magdeburg so ein großes dickes Nashorn ausgestellt von Itamagov Und das ist ja genau dieses Thema die Renault-Zeroße Die Nashorner unter uns.
00:16:04: Das war der richtige Zeitpunkt weil dadurch konnte man immer auch darüber reden, wo sind denn hier die Nahesformer?
00:16:10: Zeigt euch mal.
00:16:11: Kommt mal aus der Deckung und wir reden mit euch.
00:16:14: was passiert dann eigentlich wenn ihr euch nicht traut.
00:16:17: Und mich hat das unglaublich erinnert an diese Sachen, neunzehnundachtzig, neuneinachtzig in der DDR also dass damals ja auch mit dem zeigevoll Finger, mit dem gehobene Zeigefinger.
00:16:27: Wenn du das machst, dann bist du deinen Streamplatz aber los.
00:16:30: heute habe ich das wieder.
00:16:31: Ja!
00:16:31: Wenn ihr das macht, dann gibt es aber keine Fördergelder nächstes Jahr mehr.
00:16:37: Ich will die Förderer auch nicht, wenn sie von dieser Verteil verteilt werden.
00:16:41: Und wir leben jetzt ja nicht in der Diktatur wie in der DDR.
00:16:43: Wir leben eigentlich in einer Freiheit und Demokratie und trotzdem hat es Mut gebraucht.
00:16:48: Also sicherlich nicht den Mut dass man denkt ich lande dann im Gefängnis, wenn ich das falsche sage oder wenn jemand sagt ich hätte das falsch gesagt, das reicht ja manchmal schon und für mich ist das so ein... So ein Punkt, dass ich werde es auch oft gefragt.
00:17:02: Was bedeutet das dann für dich?
00:17:04: Und du bist irgendwie in der Partei die man nicht mag und keine Ahnung.
00:17:07: Und dann sage ich naja wir haben's ja damals gemacht mit der Revolution, die friedlich geblieben ist was wir ja vorher nicht wussten, dass sie friedlich bleiben würde... ...und jetzt ist das Eintreten für die Demokratie eigentlich eine Verteidigung dessen was wir damals gemacht haben.
00:17:21: Auch wenn
00:17:22: Das Irre, dass man irgendwie denkt jetzt kommt das so.
00:17:25: Das hätte man sicher nicht erträumt.
00:17:27: Ich meine es sind ja andere Verhältnisse als damals.
00:17:30: Damals ging es um Knast, um Ausweisen und nicht mehr weiter existieren.
00:17:34: Ich mein das wirtschaftliche ist natürlich für viele.
00:17:37: ich kann jetzt das leicht sagen als Angestellter einer Kommune in der die politischen Verhältnissen anders sind.
00:17:43: aber es sind natürlich auch viele dabei die auch persönlich sehr von den Fördergärern abhängig sind deren Stellen es nicht mehr geben wird wenn was wirklich passiert.
00:17:51: Da müssen wir, glaube ich auch noch mal ganz dringend die Gesellschaften stückweit mitnehmen und das erklären.
00:17:56: Was heißt das eigentlich?
00:17:57: Wenn dieses AfD-Wahlprogramm – was ja im Moment nur ein Wahlprogramm ist irgendwann zum Regierungsprogramm werden sollte, was passiert der Kultur dann?
00:18:06: Dann ist sie nicht mehr existent!
00:18:08: Das ist einfach
00:18:09: so.
00:18:09: Was bedeutet das also?
00:18:10: Also was heißt Kunstfreiheit eigentlich?
00:18:12: Ich meine es ist ja ein weiter Begriff Genau.
00:18:14: Und das heißt,
00:18:15: wenn Sie jetzt in der AfD fragen, dann würden die auch immer sagen sie sind so frei alles zu tun.
00:18:20: Hauptsache es ist Deutsch und dann erkläre ich natürlich immer sofort was ist denn Deutsch in der Kunst?
00:18:26: Wo denn bitte schön ist die Kunst, die wir in Deutschland haben sei es die bildende Kunst oder die Literatur des Theater-Deutschen.
00:18:33: Das gibt
00:18:33: es doch überhaupt
00:18:34: nicht.
00:18:35: Ja dieses Bekenntnis zum Deutsch sein ist ja ein großer Unfug weil wir wissen doch alle so ganz genau wo die Kultur in Deutschland kommt und welche vielfältigen Einflüsse sie über die Jahrhunderte hatte, soll ich jetzt keinen ranwand?
00:18:50: Keinen Rubens sind ja auch keine deutschen.
00:18:55: Die waren wissen wir jetzt nicht so genau.
00:18:57: Also Ulrike Lorenz von der Klassikstiftung sagt, da müssen wir schon mal darüber reden was ja oder jetzt genau ihn gehört der Goethe.
00:19:03: Ja
00:19:03: also dann bleibt hier nicht viel übrig.
00:19:05: das wollen wir doch alles nicht dass nichts übrig bleibt von dem was wir als Kultur im Land kennen und lieben und mögen und insofern muss man das schon einmal deutlich sagen und da sind wir tatsächlich auch gerade ein bisschen am überlegen wie kriegen wir das noch richtig dargestellt?
00:19:21: ist es auch ... noch eine breitere Massenmensch begreift.
00:19:25: Das
00:19:25: wäre unfassbar langweilig, ne?
00:19:26: Also muss man ja einfach auch sagen... Es
00:19:28: würde ja eigentlich nichts mehr stattfinden.
00:19:29: Wenn wir erst mal darüber reden wer jetzt Deutsch ist und dann auch eine deutsche Mutter Großmutter, wo Großmütter hat und dann ein, auch noch einen Künstler, also ich glaube es wäre sehr anstrengend.
00:19:37: Na
00:19:37: ja das wäre auch sehr lang, ja langweiltig vor allen Dingen weil der zweite Satz ist ja dann Kunst darf auch nicht politisch sein.
00:19:45: Ja!
00:19:46: Und ich meine Kunst ist immer politisch.
00:19:48: Sie ist immer ein Statement.
00:19:49: und ich meine, was ist denn unpolitische Kunst?
00:19:52: Ein bisschen Deko.
00:19:53: Wir malen nur noch ein paar Blümchen und ein paar Tierchen.
00:19:56: oder wie sieht denn Kunst aus wenn sie nicht politisch ist?
00:20:00: das geht gar
00:20:00: nicht.
00:20:01: Was ist
00:20:01: mit den Theatern?
00:20:02: nicht
00:20:02: von Herrn Bieski zum Beispiel?
00:20:04: Der
00:20:04: ist vielleicht zu bunt
00:20:06: Na ja, oder die Inhalt.
00:20:07: Man weiß vielleicht
00:20:08: dann doch zu politisch.
00:20:10: Also es ist ja ... Ja ich meine Neoraucher hat sicher jetzt auch dazu verstreift so sagen Kunst ist nicht politisch aber wenn man dann genau liest dann merkt man doch naja Es ist noch ein bisschen anders als er sich das vorgestellt hat.
00:20:23: Es ist
00:20:23: wahrscheinlich sehr anders und wir wissen das kennen wir aus der DDR auch wo die Kunst politisch sein sollte und wo Künstlerinnen und Künstlern immer also sozialistisch politisch seien sollte.
00:20:34: Sozialistischer Realismus.
00:20:36: Wo es immer darum ging, wie weit kann ich das ausdehnen?
00:20:41: Ich bin so groß geworden mit dem Bauernkriegspanorama von Tübcke.
00:20:48: Und dann hat man gesehen, wenn man davor stand, haben wir schon in der DDR als Jugendliche entdeckt was da alles so ... Reingemalt ist.
00:20:55: und dann denkt man eher, warum hat er denn den Lutter da jetzt doch reingemald.
00:20:59: Und was bedeutet Melanichton?
00:21:01: Was bedeutet eigentlich die Perspektive... Sie können das viel besser erklären als ich.
00:21:07: Aber wir haben trotzdem danach gesucht wie zwischen den Zeilen lesen wo hat der jetzt irgendwie doch noch ein Statement für die Freiheit gesetzt.
00:21:15: Ja,
00:21:16: eine DDR hatten die Künstlerinnen und Künstlern keine anderen Möglichkeiten.
00:21:19: Gabriele Stötze haben sie gerade in genannt ne?
00:21:21: Die konnten entweder gegen arbeiten oder gegen agieren oder solche Wege finden.
00:21:27: Das was wir jetzt haben das wird ja nicht funktionieren.
00:21:29: ich meine die Künderinnen und künstler werden nicht in dem Land bleiben
00:21:32: wenn
00:21:32: sie nicht arbeiten können.
00:21:34: Das wird einfach so sein.
00:21:35: also wir werden einen Landstrich erhalten der nicht mehr viel auf sich hervor.
00:21:43: Das kann man ja auch in anderen Ländern beobachten, wo rechte Diktaturen am Werk waren oder wo reichte Kräfte sich zu weit ausgebreitet haben.
00:21:51: Wenn ich an Ungarn denke, da ist nicht mehr viel passiert in der Kunst und auch in Polen in der Zeit als die Pilsigung begangen.
00:21:57: Genau!
00:21:57: Die Menschen sind weggegangen, die Künstlerinnen und Künstlern sind weg gegangen und es ist nichts herausragendes passiert in einer Kunst- und Kultur.
00:22:04: Der wird noch so ein bisschen das Aufrecht erhalten was da ist.
00:22:07: aber mehr passiert dann eigentlich.
00:22:09: Eigentlich
00:22:09: eine Art Ausreiseprogramm für Kunst und für die Freiheit.
00:22:14: Na
00:22:14: ja, soweit sind wir zum Glück noch nicht.
00:22:17: Wir sind an dem Punkt, dass wir glauben, wir kriegen das hin.
00:22:20: Und ich hatte in der letzten Woche eine Begegnung mit einem westdeutschen Kollegen, der dann gesagt hat, ich habe eine Idee, euch zu helfen!
00:22:27: Das fand
00:22:27: ich erst mal ganz toll.
00:22:28: Ich wollte fragen, wie es gab, wenn die Solidarität
00:22:30: von außen
00:22:32: ...
00:22:33: Es gab gute Solidaritäten bis hin zu einem Chor in Karlsruhe, der gesagt hat, wir singen am sechsten Neunten für euch?
00:22:41: Es gab auch sehr schöne Solidaritätsbekundungen und es gab aber auch die Idee ...
00:22:47: Wir müssen kurz sagen, der Sechste-Neunte ist der Wahltag.
00:22:49: Der Secheste-Neute ist der wahltag richtig.
00:22:52: Und es gab zum Beispiel auch die Idee... Naja, du kannst ja dann zu uns kommen und bei uns deine Ausstellung machen.
00:22:58: Ja?
00:22:59: Da habe ich überhaupt gedacht!
00:23:00: Was ist das denn?
00:23:03: Warum soll ich denn Ausstellungen in einem festdeutschen Museum machen?
00:23:07: Es geht doch nicht um mich.
00:23:08: Das
00:23:08: geht auch nicht um die zwei Künstlerinnen, die ich ausstelle sondern es geht um die Gesellschaft für die
00:23:13: wir...
00:23:14: Kunst und Kultur anbieten.
00:23:15: Also das ist so ein Selbstverständnis, wo da war ich wirklich sehr platt.
00:23:20: Dass man in der Kunst- und Kulturblase ankirrt, dass man gar nicht merkt, dass die Kunst und Kultur ja für die Menschen im Land da ist.
00:23:28: Und natürlich werden wir weitermachen, egal was passiert jetzt gerade!
00:23:34: Wir werden weitermachend... Das ist schon auch so ein bisschen bockig?
00:23:40: Na ja vielleicht so bockisch wie all diese sind, die jetzt AfD wählen.
00:23:44: von einem Kollegen einen schönen Text dazu gelesen.
00:23:48: Der sagte, die Ostdeutschen fühlen sich jetzt mal richtig stark, wenn sie AfD wählen.
00:23:55: Manche jeden passen also
00:23:56: diejenigen.
00:23:57: Nicht alle aber die wählen.
00:23:59: das ist
00:24:00: so ein Stück.
00:24:01: wir können jetzt denen da zeigen dass wir auch noch da sind.
00:24:06: Die Menschen wissen doch ganz genau, dass es nicht besser wird.
00:24:10: Also ich meine, man muss jetzt nicht denken, dass die alle total verblendet sind.
00:24:14: Sondern das hat wirklich viel mit diesen Wir zeigen's denen jetzt zu tun.
00:24:18: Da bin ich überzeugt von.
00:24:19: der Textur Hat mir sehr die Augen in diese Richtung nochmal geöffnet.
00:24:24: Ja interessant
00:24:24: weil Wenn man sich die Strukturen anguckt und die Wahlergebnisse anguckt, ich habe es mir gerade mal in Baden-Württemberg angeguckt.
00:24:30: Da haben Stellen von den grünen Ministerpräsidenten.
00:24:33: Man denkt alles in Ordnung
00:24:35: usw.,
00:24:36: da haben eine Million Menschen die AfD gewählt.
00:24:38: Eine Million.
00:24:39: Und die Republikaner waren zuerst dort im Landtag.
00:24:44: Die haben auch eine Geschichte mit Rechtsradikalen.
00:24:47: Dann ist das irgendwie so ... Denkt man, ist es vielleicht doch nicht nur ein Ostproblem?
00:24:52: Ist es nicht?
00:24:52: Es ist ganz viel Stadtland.
00:24:54: Es ist ganz wie so, dass in Ostdeutschland eben viele ländliche kleinstädtische Strukturen sind.
00:24:59: Und wenn man die vergleicht mit Bayern-Baden-Württemberg dann ist der Unterschied was das Wahlverhalten angeht gar nicht so groß obwohl die socioökonomische Situation dort sehr viel besser ist.
00:25:12: also dort gibt es sehr viel mehr Unternehmen sehr vielmehr gut bezahlte Arbeitsplätze sehr viel mir Angebote an Kultur an Freizeitmöglichkeiten und so weiter, weil dort einfach auch mehr Geld ist.
00:25:22: Also da kann man sich, wenn man eine Kulturinitiative ist – und sei es der Feuerwehrchor also jetzt muss das gar nichts irgendwie ganz Spezielles sein – dann sucht man sich dort aus welches Unternehmen man fragt die Notensponsoren oder was auch immer gesponsort werden muss beim Sport ganz genau so.
00:25:40: Und wenn man das Gleiche macht auf dem Land in Ostdeutschland, da gibt's keine Stiftung außer der Sparkasse.
00:25:47: Da gibt es auch nicht die Unternehmen, die das mal eben noch machen können in aller Regel jedenfalls.
00:25:50: Nicht da ist schon ein sehr großer Unterschied an Möglichkeiten dar.
00:25:54: und dann denke ich manchmal ja dieses sich zurückgesetzt fühlen.
00:25:59: Das hat vielleicht auch sehr viel mit Stadt und Land zu tun.
00:26:02: aber richtig ist auch aus solcher Identität wird schon bisschen von oben her abbetrachtet wenn jemand noch ein bisschen sexisch redet oder thüringisch was auch wie sexisch sich anhört Dann ist es schon ein Thema auf einmal.
00:26:16: Na ja, es ist schon so.
00:26:18: Die Menschen zweiter Klasse melden sich zu Worten.
00:26:23: Kann man schon sagen auch wenn das bitter ist.
00:26:25: ich muss dran denken dass es mir oft genug so gegangen ist.
00:26:29: Ich habe gleich nach der Wende angefangen im Westen zu studieren und ich sitze mit Kommilitoninnen abends in der Kneipe und dann erzähle ich und dann heißt es du kommst aus dem Osten?
00:26:41: Das merkt man gar nicht!
00:26:42: Mein Gott woran soll man das denn
00:26:43: merken?!
00:26:45: Wir sind doch irgendwie auch Menschen wie alle anderen mit denselben, ganz identischen Wurzeln und Bedürfnissen usw.
00:26:54: Es ist schon sehr seltsam was da manchmal passiert.
00:26:56: Sie
00:26:56: haben vorhin gesagt es ist schlimmer geworden oder mehr geworden, woran machen sie das fest?
00:27:02: Ein persönlichen Unterhaltung.
00:27:04: Also dieses Bedauern, dieses Blicken auf ein Land was in Unordnung geraten ist und man jetzt an das Landsachsen-Anhalt denkt.
00:27:13: Und vor allen Dingen auch die Wahrnehmung.
00:27:15: also oh mein Gott!
00:27:16: Was machst du denn mit deinen ganzen AfD Leuten um dich rum?
00:27:19: Ich kann ja nur sagen ich kenne ja nicht mal jemanden
00:27:23: der sich dazu bekennt.
00:27:34: Was heißt denn für die Stadt und was heißt das für den Umkreis, in dem man selbst lebt?
00:27:39: Und für die Menschen mit denen man sich umgibt.
00:27:42: Also ich habe einen Interview für die FAZ im Frühjahr gegeben und da kam auch gleich so dieses Was macht ihr da?
00:27:52: Was wollt ihr denn jetzt noch retten, dann müsst ihr doch eigentlich nur weggehen.
00:27:56: Der Alltag sieht aber anders aus und ich weiß auch von den Leuten die auf dem Land leben oder auch meiner Familie, die noch ein Eis lebt ist meine Geschwister dass sie sagen naja da gibt es diese Menschen die AfD wählen aber sind trotzdem nette Menschen.
00:28:11: das ist ja so schrecklich.
00:28:13: Also wenn man dann merkt, so die Arbeitskollegen betrifft das plötzlich mit denen man ganz gut klarkommt und dann haben sie plötzlich aber eine politisch verkehre Vorstellung und überlegt es irgendwie zu diskutieren.
00:28:24: Es sind ja trotzdem alles Menschen, die sich nicht unmenschlich verhalten oder so nur dadurch dass Sie jetzt sagen ich laufe da jemanden anders nach.
00:28:33: wir sind hier auf dem Sachsen-Anhalttag gewesen mit unserer initiative Kulturvielfalt Heimat und haben einen Stand bekommen, ganz in der Nähe der AfD.
00:28:43: Und konnten dann immer das Publikum auch abfangen und mit den Menschen sprechen.
00:28:48: Das ist eine große Verzweiflung der Menschen.
00:28:53: also wo man auch merkt naja die Einfallen natürlich auf das rein was ihnen erzählt wird.
00:28:58: Was
00:28:58: sie auch an ihren Populismus
00:28:59: von Social Media
00:29:01: sieht.
00:29:01: Ich habe eine junge Frau gehabt die mit einem behinderten Kind auf mich zukam.
00:29:05: Groß-T-Shirt Ulrich Siegmund.
00:29:11: Ich hab mit ihr gesprochen und dann sagt sie, aber es wird alles besser für mich.
00:29:16: Und mein Kind ... Das
00:29:20: ist
00:29:22: so dieses Wunschdenken was durchgreift?
00:29:25: Natürlich gibt's die anderen, mit denen man nicht mehr reden kann.
00:29:28: Auch Kultur, das hat mich noch nie interessiert hatten wir auch.
00:29:32: Es gibt viele Menschen, die einfach arm sind und sich Kultur nicht leisten können sehr beschäftigt an diesen Tagen, also wir haben verlost.
00:29:41: Wir haben Eintrittskarten in die Museen und Karten in den Theater zu richtig tollen Theatervorstellungen verlust Und die Freude der Menschen wenn sie so etwas gewonnen haben
00:29:57: Hab ja
00:29:59: von Savilla gewonnen.
00:30:00: Ist das toll!
00:30:02: Da merkt man, was passiert eigentlich?
00:30:04: Wir sind in der Kultur an einem Punkt wo wir dringend wieder darüber nachdenken müssen wie wir Kulturpreiswert gestalten.
00:30:12: Warum wissen Sie wieder?
00:30:12: Das wissen wir Kulturleute alle weil es enorm teuer geworden ist.
00:30:16: also wir sind neulich in Wolfsburg im Museum gewesen.
00:30:19: Also, einundzwanzig Euro die Karte mit Führung durch die Ausstellung für den normalen Eintritt plus Führungen.
00:30:25: Einundzwzig Euro pro Person.
00:30:27: also bitteschön!
00:30:29: Wer soll denn da noch hingehen auch wenn die Kinder kostenfrei sind?
00:30:32: Aber wen erreichen wir in den Museen?
00:30:36: Das geht natürlich nicht
00:30:38: und bei Veranstaltung ja so ähnlich.
00:30:39: Ganz spannend es gibt ja so eine Diskussion.
00:30:42: ich glaube vor zwei drei Jahren hat ihr angefangen.
00:30:44: Zahl was du kannst.
00:30:46: Ich glaube, es waren die Thüringer Bachwochen.
00:30:48: Die waren vielleicht die Ersten aber es gab dann ganz viele andere Initiativen.
00:30:51: und das war ganz spannend weil am Ende war's nicht...die Einnahmen waren nicht geringer als wenn man gesagt hätte wir nehmen den Eintrittspreis, den man eigentlich bezahlen müsste sondern es haben einfach dann Leute, die es konnten gesagt haben klar bezahlen werden.
00:31:04: ja dann kann eben jemand kommen der es nicht kann und es wurden Konzerte verschenkt auf dem Dorf.
00:31:10: dann war auf einmal die Bude voll von Leuten, die ewig nicht im Konzert waren.
00:31:14: Die zum Teil nicht auf die Idee gekommen wären aber dieses eben auch nicht geleistet hätten.
00:31:17: Ja das merken wir ja auch wenn wir Angebote machen die niedrigschwelliger sind oder ganz bewusst sagen wir gehen jetzt mal runter oder wir machen einen freien Tag oder so.
00:31:27: naja das Haus ist auch andersvoll.
00:31:29: Wir haben derzeit mit unserem Renault-Zeroß
00:31:32: über das Renault Zeroß müssen wir es noch
00:31:34: sprechen.
00:31:35: Was ist das jetzt mit dem Renault zeroß?
00:31:36: Also... Das ist ein Kunstwerk von Ithamago.
00:31:39: Itamar Goff ist ein deutsch-israelischer Künstler, lebt in Berlin.
00:31:43: Und er hat für unseren Kirchenraum – das ist ja ein sehr imposanter eindringlicher Kirchenraum, der zwischen Gotik und Romanik existiert.
00:31:53: Also ein
00:31:54: kleines Museumsamt?
00:31:55: Genau!
00:31:55: Das gehört zum Museum, es gehört zur Museum, seit Jahrzehnte und Jahrzehn.
00:32:00: Also es ist eine relativ neue Entwicklung, dass wir diesen großen Kirchenraum mit bespielen.
00:32:05: Der halt nicht mehr als Kirche genutzt wird, sondern als Museum entwalt
00:32:08: worden ist und...
00:32:09: Ja aber schon ganz lange, also schon den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts.
00:32:13: Er ist jetzt einfach.
00:32:14: im Moment gehört er zum Museum und wird von uns bespielt mit Klanginstallationen.
00:32:19: Und Ithamagov hat eine wundervolle Klang-Installation geschaffen und zwar ein riesengroßes weißes Nason, das den ganzen Kirchenrahmen ausfüllt.
00:32:30: Klanginstallation, also eine Mehrkanalkomposition die extra für den Raum geschaffen ist und diese Mehrkanalinstallation arbeitet mit Goethe's Erlkönig.
00:32:40: Also wir erinnern uns alle, dass der Vater nicht auf das Kind was das Kind zu sagen hat.
00:32:51: Und dann gibt es da noch einen Sprengsel von dem israelischen Hiltrakut, also israelische Volksmusik, die damit reinkommt und der Mandelbaum und des Träumen usw.
00:33:03: Das Riesen-Nasen.
00:33:04: Die Geschichte fängt so an, dass Ithama mich fragt, sag mal bei euch renuzirisieren sie sich jetzt auch alle?
00:33:12: Ich guck ihn an und sage was tun die?
00:33:15: Na die renuzierieren sich!
00:33:16: Kennst du das
00:33:17: nicht?!
00:33:17: Meine Tante renuzarisiert sich.
00:33:19: heißt das?
00:33:20: Ich guck immer noch, im Deutschen gibt es kein Renuzerisieren.
00:33:24: Und auch Englisch und Französisch nicht?
00:33:27: Man kennt das nicht!
00:33:28: Und dann stellten wir fest, im Hebräischen gibt es das... Also
00:33:31: können Sie es auf Hebrähisch sagen?
00:33:34: Nee kann ich nicht, aber das Renuzersieren heißt totalitärem Gedankengut ungefragt anschließen.
00:33:42: Etwas tun, was man nicht hinterfragt sondern ... Einfach mal in Massen hinterherrennen.
00:33:47: Und das hat tatsächlich mit diesem Theatristick von Ionesco zu tun, die Nashörner was die älteren Besucher erinnern gerade aus dem Westen vor allen Dingen noch kennen weil viele das in der Schule im Französisch Unterricht gelesen haben.
00:33:59: Es kommt ein Nashorn in eine Stadt, verwüstet alles und nach und nach schließen sich die Menschen an und werden auch zur Nashörnern.
00:34:07: Nur einer bleibt über Der ist ein bisschen beschränkt deswegen ist es ein bisschen langsamer.
00:34:12: Und er sagt aber zum Ende, zum Glück bin ich übrig geblieben.
00:34:14: Weil ich möchte für das Mensch sein kämpfen.
00:34:16: Das Menschsein hat mehr Werte als dieser Dickhäuter der alles niedertrampelt und unbedacht.
00:34:22: Und das ist natürlich ein Bild dieses große weiße aufgeblasene Nasehund was den ganzen Raum ausfüllt und da steht und irgendwie auch ein bisschen niedlich ist.
00:34:32: Aber dann doch auch gefährlich unter dem Zusammenspiel mit der Musik natürlich gefährlich wird.
00:34:36: Und diese Metapher haben wir in den letzten Monaten gearbeitet Sehr gut gearbeitet.
00:34:43: Inzwischen sagt man in Magdeburg, das Renuzorisieren geht ein bisschen schwer von der Zunge aber da sind auch schon die Nahrsonder unterwegs.
00:34:50: Ja.
00:34:51: Ich
00:34:51: neulich so... Ach, da weiß ich nicht.
00:34:53: Da sind auch schon die Nahestone unterwegs?
00:34:55: Das gehört zu so einem Bild.
00:34:57: Also es gehört zum
00:34:59: Zerstattkultur jetzt auf einmal dazu?
00:35:01: Na ja, wir haben's erst mal weggeschickt.
00:35:06: Wir haben das jetzt woanders geschickt.
00:35:07: Genau!
00:35:08: Jetzt steht es in der Kulturhauptstadt Halle.
00:35:10: Also die Hallenser ... Moment,
00:35:12: ihr habt es wirklich nach Halle gegeben.
00:35:13: Obwohl Halle und Magdeburg doch so... Die haben es nicht nur nach Hallegegeben.
00:35:19: Die haben sie auch genommen.
00:35:20: Dass Reno geht.
00:35:21: auf
00:35:22: Tour
00:35:23: durch das Land Sachsen-Anhalt.
00:35:24: Es steht tatsächlich derzeit in Halle und ich habe vorhin gerade, bevor wir angefangen haben zu sprechen mit Ithamant telefoniert, gesagt es ist großartig!
00:35:32: Ich kriege so viele Zuschriften und so viel Content von den Menschen in der Moritzkirche.
00:35:39: also das ist eine Kirche die ist ungefähr gleich groß wie unsere, eine katholische Kirche Und dafür füllt das jetzt auch den ganzen Raum aus.
00:35:46: Die machen jeden Tag Veranstaltungen
00:35:48: dazu und
00:35:49: lesen auch dieses Stöhr.
00:35:50: Das ist aber eine katholische Kirche, die eigentlich arbeitet.
00:35:52: D.h.,
00:35:52: auch die Katholische Gemeinde hat gesagt wir machen das gerne.
00:35:55: Es
00:35:55: ist noch mal ne ganz andere Situation ja?
00:35:57: Das Tier geht jetzt raus, Tia sage ich schon nicht.
00:35:59: Das Rino heißt das Grauensyptin.
00:36:02: Das Reno, ganz liebevoll!
00:36:04: Ist jetzt auch aus dem Museum ausgeschärft.
00:36:06: Also Museum ist ja irgendwo ein geschützter Raum.
00:36:08: Ich werde immer gefragt naja und politisch hat das überhaupt nix gemacht mit euch Und da ist niemand darauf Aufmerksamkeit, es gab keine Anfrage von der AfD oder so.
00:36:18: Gar nicht!
00:36:19: Gar nicht, das ist Kunst Das ist ein Kunstmuseum, kann man natürlich ganz andere Sachen machen als draußen.
00:36:24: Und wo geht's dann hin?
00:36:25: Also dann
00:36:26: ist es Halle und dann geht das jetzt als nächstes nach Salzwedel.
00:36:28: Am nächsten Wochenende wird es in der Salzwedle eröffnet auch im Kirchengebäude.
00:36:32: Das Kirchen-Gebäude dient aber schon lange als Konzerthänder also nicht mehr kirchlich.
00:36:38: Dann geht es Ende Juli nach Dessau.
00:36:41: dort geht es in eine alte Brauerei Die aber auch als Ausstellungsort hier und da gelobst wird.
00:36:45: Besser die Bauhausstadt.
00:36:46: auch spannend, dass es so geht oder nicht?
00:36:47: Gern hätten wir's im Bauhaus untergebracht, aber das ist leider nicht klar.
00:36:51: Der Bauhaus ist zwar wesengroß dieser neue Bau, aber nicht hoch genug.
00:36:55: Das war sehr schwer im
00:36:59: Landort.
00:36:59: Es ist
00:37:03: ein ziemlich hoher Raum und der Kurator sagte, da können wir nicht was machen oder die Beine einkürzen?
00:37:09: Nein!
00:37:13: Wir wollten unser Rino nicht kürzen das sollte nicht auf dem Bauch landen Und es war schwer ordentlich zu finden, die einfach so hoch sind.
00:37:20: Also breit ja aber hoch ist sehr schwer.
00:37:22: und dann geht das als nächstes zum Ende wenn es in Dessau fertig ist nach Zeitz ganz in den Süden und dann haben wir tatsächlich einmal das ganze Land durchmessen.
00:37:32: Als Wedel ist denke ich der nördlichste Punkt und seit der Südzeit sehr südlich.
00:37:36: Dann
00:37:36: kehrt es zurück nach Magdeburg
00:37:37: Und dann kehrt es nicht zurück nach Magdeburg.
00:37:39: Das haben mich die Magdeburger aufgefragt
00:37:41: am letzten Jahr wiederhaben.
00:37:43: Wieso kommt das nicht zurück?
00:37:44: Ich
00:37:44: sag,
00:37:45: gehen wir zu Hause und geh nicht rückwärts.
00:37:46: Die können gar nichts mehr festgehen.
00:37:51: Dann geht das wahrscheinlich raus aus Sachsen-Anhalt in die Welt!
00:37:54: So ein schönes Bild.
00:37:55: Ja, das ist auch sehr gut!
00:37:56: Also weil dann hat es ganz schön viel mitgemacht wahrscheinlich
00:38:00: und ich hoffe es lebt dann noch.
00:38:02: Es ist ja so eine sehr empfindliche weiße Oberfläche.
00:38:07: Und auch Nassuner sind Trinuzer-Rosse,
00:38:10: sagt man so Rosse.
00:38:11: Rosse
00:38:12: sind auch empfindlich im... Die Geschöpfe
00:38:15: sind, ja sie sind sensibel.
00:38:17: Deshalb sind sie ja so gefährlich.
00:38:18: also wenn man sie reizt dann laufen Sie los.
00:38:21: Ja, fifty Kilometer die Stunde schaffen die.
00:38:23: das muss man sich überlegen.
00:38:24: Das ist auch wirklich
00:38:25: sehr viel.
00:38:25: Das
00:38:25: muss man jetzt vorstellen
00:38:27: wie eine alte Simme fährt.
00:38:28: Die kann ja maximal sechzig werden.
00:38:31: Ja, dann können die natürlich ... Sie sind gefährlich.
00:38:33: Die Trampeln auch nieder
00:38:36: und spießen ja auch auf?
00:38:38: Das ist eher so eine Geschichte mit dem Aufspießen.
00:38:40: Das
00:38:41: kennen wir nur aus der Farbe.
00:38:42: Das
00:38:42: ist nicht wirklich so.
00:38:44: Aber sie laufen los.
00:38:45: Wenn die über einen Bereich laufen, wo Menschen stehen oder sitzen, dann ist es ändern.
00:38:51: Dann ist Ende.
00:38:53: Aber Sachsen-Anhalt ist eigentlich nicht Ende, sondern es ist eine wunderbare Stadt Magdeburg über die wir geredet haben und auch Halle ist ja ganz hübsch.
00:39:00: Also wenn wir jetzt mal hier so ganz
00:39:01: herrlich sind...
00:39:05: Sie sind ja nicht so eine Urmarktenburgerin.
00:39:06: Ich
00:39:07: bin keine Urmarkteburgerin
00:39:08: und
00:39:09: ich bin ja auch Professorin in Halle, an der Schule.
00:39:12: Insofern bin ich oft in Hallen unterwegs.
00:39:14: Und Haller hat diese unglaublich schöne Altstadt, die auch erfordert ist.
00:39:18: Also das sind diese nicht zerstörten Städte und ich wusste es auch nicht, Halle ist ja einer der wenigen oder wo nicht... Ich glaube sogar die größte Stadt, die nicht zerstört wurde im Zweiten Weltkrieg.
00:39:30: Und mit dem Wiederaufbau in den Neunziger bis zu zweitausender Jahren ist das natürlich wundervoll wenn man dadurch durch die Stadt läuft ich mache es jetzt manchmal oder auch mit dem Rad fährt schon schön.
00:39:42: Das hat Magdeburg nichts zu bieten.
00:39:43: Das muss man einfach mal so sagen.
00:39:45: Jetzt haben wir ganz viele sagten alternische Städte Kleintürte Großstädte gedroppt und wir können schon sagen man kann überall dort hinfahren kann dort stabile Menschen treffen, die was vorhaben mit ihrem Land und die sich richtig einsetzen gerade.
00:39:59: Und das ist auch wirklich toll zu sehen wie viele das sind und was da geschieht.
00:40:05: Das ist natürlich trotzdem ein bisschen schwieriger muss man sagen.
00:40:07: also in am Brandenburger Tor eine Großdemo zu machen mit lauter Leuten, die sowieso das gleiche denken ist ein bisschen leichter als... eine Initiative in Sachsen-Anhalt zu starten, wo dann viele kleine Kulturinstitutionen mit unterschreiben und sich zeigen.
00:40:21: Und ich finde das sehr großartig und ich glaube es ist eigentlich ein wunderbarer Beitrag zur Freiheit und Demokratie der im Osten gerade gelebt wird und wo wir irgendwie sagen können dass auch ein Teil von Deutsche Einheit da sehr besonders ist.
00:40:36: also das schon wieder in Ostdeutschland.
00:40:39: Menschen sagen wir stehen auf Wir machen das Ja,
00:40:43: ich würde sogar sagen es ist stärker in Ostdeutschland als in Westdeutschen.
00:40:48: Man kann ja auch von diesen Montagsdemos denken was man will aber das sind Menschen die auf die Straße gehen und sie sagen da!
00:40:54: ...sehe ich meine persönlichen Vorlieben, also ich will jetzt einfach was haben.
00:40:59: Ich will jetzt ein Stück mitbestimmen und das ist wahrscheinlich auch das... ...was die Menschen gelernt haben, neun, achtzig, neundzig,... ...dass sie ihr mit bestimmen können, auch wenn Sie jetzt vielleicht manchmal so die falsche Vorstellung haben,... ...was das sein könnte dieses Mitbestimm.
00:41:14: Aber im Moment fühlt es sich in dem Land sehr schwierig an?
00:41:21: Und auch sehr, also so mit Blick nach vorn.
00:41:24: Manchmal wird einem ein bisschen anders oder so ein bisschen gruselig aber auf der anderen Seite hat man all die vielen Menschen die zusammenhalten und ich hatte neulich auch eine ganz schöne Begegnung mit einer Künstlerin aus Süddeutschland, die wir seit Langem kennen und hier dann gesagt weiß was wenn es im September mal schief geht Dann komm ich nach Machteburg.
00:41:42: Dann helf ich euch, weil dann habt ihr das ganz nötig!
00:41:46: Also nicht du kommst dann zu uns und kannst dann ... Wir bereiten die schon mal Gästebett vor,
00:41:50: sondern andersrum.
00:41:51: Ich komme dann zu euch und kämpfe.
00:41:53: Und es ist auch cool, ne?
00:41:55: Ja
00:41:55: da gibt's für euch noch mehr.
00:41:58: Vielen Dank bis hierhin.
00:42:01: Ich hab noch ein paar Fragen, die ich allen stelle aber erst einmal habe ich so ... Los fragen gerne zwei ziehen
00:42:09: Und
00:42:10: zwei beantworten.
00:42:11: Am besten zwei!
00:42:13: Zwei, ja.
00:42:14: Genau.
00:42:15: Zwei sind wahrscheinlich gleich drei?
00:42:17: Nee die sind so lange.
00:42:18: Ah, die sind zu lang... Woran merkt man dass du Ostdeutsch oder Westdeutsche
00:42:26: bist?
00:42:26: Ja
00:42:29: für mich jetzt.
00:42:32: Ich glaube gar nicht.
00:42:34: Gar nicht?
00:42:35: Merkt man das?
00:42:36: Naja also ich merk den Dialekt ein ganz kleines bisschen als wir ihn verstecken.
00:42:41: Okay aber
00:42:42: gibt's noch was anderes nie?
00:42:44: Nein, also für mich nicht.
00:42:45: Weil ich mich ja ... Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich im Westen studiert habe und mich immer so ein bisschen wie auf einer ... Ich beschreibe das gerne auf so ner Mauer ganz oben gefühlt hab.
00:42:56: Rechts geht's runter nach Westdeutschland da gehöre ich nicht.
00:42:59: Links gehts runter nach Ostdeutschen.
00:43:01: Da bin ich nicht mehr weil mir haben viele damals vorgeworfen du gehst weg gibts so viel aufzubauen.
00:43:06: Also da gehörte ich nicht hin.
00:43:08: Und bei den anderen?
00:43:10: Da gehörte ich irgendwie auch nicht hin, weil die tickten ja alle ganz anders.
00:43:14: Und vielleicht hab' ich mir deshalb diese Frage nicht gestellt was ist an mir ausdehlt oder was?
00:43:19: Also auf jeden Fall gehören sie zu denen, die West-Deutschland mitaufgebaut haben und dafür Wohlstand gesorgt haben.
00:43:23: Das muss man auch immer noch mal sagen bei den Frauen, die weggegangen sind.
00:43:26: Also... Diese Frage konnte maximal im ganz kleinen bisschen Dialekt den Kennerinnenwahrnehm beantwortet werden.
00:43:35: Ja!
00:43:36: Und jetzt habe ich ein Lehrenzettel Und
00:43:39: darf mir überlegen?
00:43:40: Das ist
00:43:40: die Frage, die Sie immer schon mal gestellt bekommen wollten über Ost und West.
00:43:45: Die Frage, wie ich gestellt
00:43:47: bekommen
00:43:48: wollte über Ost- und West... Weshalb ist es immer noch so?
00:43:57: Ich frage mich tatsächlich also weshalb kommen diese beiden Teile nicht zusammen?
00:44:05: Als wir nach Magdeburg kamen hatten wir gute Kontakte zum Chef der Sparkasse Und er hat etwas ganz Trauriges gesagt.
00:44:13: Er hat gesagt, diese beiden Teile können nie zusammenkommen weil das Kapital nicht da ist und es wird auch in hundert Jahren noch nicht da sein.
00:44:22: Da hat er wahrscheinlich recht.
00:44:24: Damals dann gesagt so was sagt man?
00:44:26: Zwei Tausend Eins dazu?
00:44:27: wenn einem so jemanden sagt ach du hast nicht Recht das wird sich ändern.
00:44:31: leider hat sich das nicht geändert.
00:44:32: und leider hat es sich überhaupt nicht geändert dass man sich das einfach mal klar macht auch in der Bundesregierung, dass das etwas ist wo die Menschen in Ostdeutschland wirklich überhaupt nichts dafür können.
00:44:47: Kapital nicht, Vermögen nicht, Besitz nicht.
00:44:49: also die meisten Häuser auch in Magdeburg gehören ja nicht Magdeburgerinnen und Magdeburgern Das Land nicht.
00:44:55: Also eine Landwirtschaft machen wir nicht auf land was ostdeutschen gehört sehr besonders.
00:45:01: Und selbst, also das wird sich vielleicht ein bisschen ändern aber nur ein bisschen, selbst bei der Gerichtsbarkeit.
00:45:07: Das ist jetzt nicht Kapital, aber jeder Nachbarschaftsstreit wird von einer westdeutschen Richterin oder Richter behandelt weil die nach der friedlich gebliebenen Revolution alle gekommen sind.
00:45:19: Weil wir hatten ja keine Richterinnen und Richter, die das westdeutische System kannten.
00:45:24: Das gibt dann Gesamtdeutsche und interessanterweise holen sie aber auch dann Leute nach.
00:45:28: Also die kennen natürlich...
00:45:30: Das bleibt leider so, ne?
00:45:31: Es
00:45:31: bleibt viel davon.
00:45:32: Also jetzt gibt es nur nach und nach Leute, die nachwachsen aber nicht viele.
00:45:38: Und ganz am Ende stelle ich immer die Frage was macht ihr in Hoffnung?
00:45:41: Ich nehme den deren Zettel, tue den wieder hier rein.
00:45:47: Mir machen die vielen Menschen Hoffnung, die ich kenne und für die wir das alles tun oder mit denen man sich vernetzt.
00:45:53: Also das ist bei uns jetzt natürlich vor allen Dingen die Kultur.
00:45:56: Das sind aber für mich im Museum auch die unglaublich tollen Besucher, die wir haben, die Mitarbeitenden und Mitarbeiter.
00:46:02: Das persönliche Umfeld was natürlich überall nicht anders ist als ja... Ich meine da ist Ost und West dann doch wieder sehr gleich.
00:46:11: also das persönliche umfeld was man sich schafft ist natürlich da und das wird auch später noch da sein.
00:46:17: Das wird immer da sein, die Familien werden da sein.
00:46:20: Ich glaube fast es ist wieder ein bisschen mehr.
00:46:22: dieses was die Westdeutschen an Ostern Deutschland ja so mochten Ist dieses Miteinander wenn ich mich rück erinnere dass ist das was der westbesuch auch immer beschrieben hat.
00:46:32: hier halten immer alles zusammen Und das ist etwas was tatsächlich jetzt auch wieder so'n bisschen bisschen durchkommt.
00:46:40: So wir zusammen schaffen das.
00:46:44: Das mag ich und das mag ich auch am Osten.
00:46:46: Und ich würde auch nicht wieder in den Westen gehen, ich hatte ja auch die Möglichkeit.
00:46:50: Aber so wie auch meine Tochter, die sagt interessiert mich nicht.
00:46:55: Hier gibt es was zu tun hier ist es spannend.
00:46:57: Es ist natürlich unglaublich spannend nach wie vor.
00:47:01: Das macht Hoffnung!
00:47:01: Ich sage ganz vielen Dank.
00:47:03: wir verlinken hier unten jetzt noch mal die Reise des Rinozeros Und wir verlinken auch den Aufruf, damit die alle lesen können.
00:47:11: Er hat ja schon über Sachsen-Anhalt hinaus im Deutschen Bundestag eine Rolle gespielt, weil er zitiert worden ist und so.
00:47:17: Das ist schon mehr als Sachsenanhalt.
00:47:20: Ganz ganz vielen Dank liebe Frau Laps!
00:47:24: Alles Gute für die nächste Zeit und für den ganzen Kampfesmut und die Frühlichkeit, die darin zu sehen ist.
00:47:32: Danke das brauchen wir und ich glaube das haben wir aber auch
00:47:35: auf alle Fälle und ich komme auf jeden Fall.
00:47:37: Und wenn
00:47:37: ich das Rino zu russ, dann nicht mehr in Magdeburg sehe aber alles andere.
00:47:41: Danke!
Neuer Kommentar